Blaue Landkarte: Sachsen bekommt nach AfD-Wahl Spott und Häme

Sachsen - Die AfD hat in Sachsen klar gewonnen, der CDU die meisten Direktmandate abgenommen und mit 24,6 Prozent auch die höchsten Zweitstimmenanteile erreicht. Im Netz stößt die nun größtenteils blau gefärbte Landkarte Sachsens allerdings auf wenig Gegenliebe.

Hat gerade wenig zu lachen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU).
Hat gerade wenig zu lachen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU).  © Peter Kneffel/dpa

Unzufriedenheit über die Corona-Maßnahmen, Ärger über geringe Löhne und wenig berufliche Anerkennung, Sorge um die Zukunft oder einfach nur der dringende Wunsch nach Veränderung – die Gründe für das starke Abschneiden der AfD in Sachsen sind vielfältig.

Viele Twitter-Nutzer verfielen angesichts der Ergebnisse im Zuge der Bundestagswahl jedoch erwartungsgemäß in Schockstarre.

"Es gibt keine Nazis in Sachsen", twitterte Moderator und Entertainer Jan Böhmermann (40) kurz, knapp und sarkastisch.

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"Sachsen ist kaum zu retten. Über 30% haben für Rassismus und Hass gestimmt. Erschütternd", lautet ein anderer Kommentar. Eine Nutzerin bringt ihre Ablehnung der AfD-Ergebnisse in Sachsen deutlich zu Wort: "Ich wäre für eine Entnazifizierung Sachsens aber dann wohnen halt nur noch 15 Leute dort."

Die Satire-Seite "Der Gazetteur" drückte ihren Spott mit einem frei erfundenen Zitat des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (46, CDU) aus: "Sehr unglücklich gelaufen, aber wir dürfen jetzt nicht den Linksextremismus aus dem Auge verlieren."

Damit bringt die Seite durchaus die Gedanken vieler Wahlbeobachter auf den Punkt – von einem befürchteten Linksrutsch kann im Freistaat Sachsen derzeit nicht die Rede sein.

Eine Übersicht über die Reaktionen auf Twitter zu den AfD-Wahlergebnissen in Sachsen

Dass viele Menschen in Sachsen tatsächlich nicht nach politischer Ideologie, sondern rein aus Protest wählen, zeigt auch, dass die AfD einige Stimmen von früheren Wählern der Linkspartei hinzugewinnen konnte.

"Viele ostdeutsche Wähler, die die Linke eher als Ost-Partei betrachteten, sind schon vor einer ganzen Weile zur AfD übergelaufen", bekräftigt auch der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eric Linhart (45).

Titelfoto: Montage: Peter Kneffel/dpa, Screenshots Twitter @x_xjochen / @Nell781 / @MissSchmaguelze

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