Corona-Ausfälle in sächsischen Krankenhäusern: Erster Kreis meldet Personal-Notstand

Kamenz/Bautzen - Volle Intensivstationen, belastete Kliniken - mit dem Kreis Bautzen schlägt jetzt erstmals eine ganze Verwaltungseinheit Alarm. 
Das Malteser-Krankenhaus in Kamenz.
Das Malteser-Krankenhaus in Kamenz.  © xcitepress/rl

Anlass ist die "verschlechterte Personalsituation" in den Krankenhäusern, so Landrat Michael Harig (60, CDU). Ein "wesentlicher Anteil" des Klinikpersonals sei erkrankt, habe Corona oder stehe wegen Quarantäne nicht zur Verfügung.

Sechs von acht Kliniken hätten inzwischen Probleme! Für das Malteser Krankenhaus Kamenz hat der Landkreis um Unterstützung der Bundeswehr gebeten. 

Inzwischen wird im Landkreis nicht einmal mehr der Einsatz von positiv getestetem Personal bei Covid-19-Patienten ausgeschlossen.

Wie ernst die Lage im Detail ist, darüber will Freitagmittag Sachsens oberster Krankenhauskoordinator - der Chef des Uniklinikums Dresden, Professor Michael Albrecht (70) - in einer teilöffentlichen Videokonferenz informieren. Es geht um die Bereiche Landeshauptstadt, Region Dresden und ganz Ostsachsen.

Bereits Mittwoch meldete sich der Präsident der Landesärztekammer zu Wort: Erik Bodendieck (53) stimmte seine Kollegen auf harte Zeiten ein. Angesichts absehbar überlasteter Strukturen sei es wichtig, "dass jeder an seinem Platz ist". 

Aufruf an die Kollegen: Ärztekammerpräsident Erik Bodendieck (53).
Aufruf an die Kollegen: Ärztekammerpräsident Erik Bodendieck (53).  © Holm Helis
Landrat Michael Harig (60, l.) vor wenigen Tagen zusammen mit MP Michael Kretschmer (45, beide CDU) in Wittichenau.
Landrat Michael Harig (60, l.) vor wenigen Tagen zusammen mit MP Michael Kretschmer (45, beide CDU) in Wittichenau.  © Thomas Türpe
Nach dem Willen der sächsischen Ärztekammer testen künftig vor allem niedergelassene Ärzte. Das soll die Gesundheitsämter entlasten.
Nach dem Willen der sächsischen Ärztekammer testen künftig vor allem niedergelassene Ärzte. Das soll die Gesundheitsämter entlasten.  © imago images/localpic
Professor Michael Albrecht (70).
Professor Michael Albrecht (70).  © Steffen Füssel

Niedergelassene Ärzte sollen auf Corona testen

Weil schon jetzt die Gesundheitsämter nicht mehr nachkämen, müsse das Testen auf Corona durchweg Sache der niedergelassenen Ärzte werden.

Andererseits sollten Klinikärzte, die sich um schwerkranke Covid-19-Patienten kümmern, wegen der zugespitzten Personallage nicht mehr für andere Behandlungen in Anspruch genommen werden. 

Titelfoto: Montage: xcitepress/rl/imago images/localpic

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