Corona-Impfungen bei Hausärzten laufen gut an, bloß die Bürokratie nervt

Dresden - Seit knapp einer Woche impfen Sachsens Hausärzte gegen Corona. Die Bilanz ist zwiegespalten: Die Menschen wollen den Schutz und bemühen sich um Termine. Bürokratie, Logistik und Abrechnung stellen die Mediziner aber vor Herausforderungen.

Dr. Uta Katharina Schmidt-Göhrich (50) ist Fachärztin für Innere Medizin und Hausärztin.
Dr. Uta Katharina Schmidt-Göhrich (50) ist Fachärztin für Innere Medizin und Hausärztin.  © Eric Münch

"Die Telefone in unserer Praxis stehen nicht still, so groß ist die Nachfrage nach Impfterminen bei uns", berichtet Dr. Uta Katharina Schmidt-Göhrich (50) von der Carus-Praxis in Dresden. Die Hausärztin spürt gleichzeitig aber auch viel Verunsicherung unter ihren Patienten.

Die Debatten um das Vakzin von AstraZeneca haben Spuren hinterlassen. "Da müssen wir viel kommunizieren, aufklären und mitunter auch diskutieren", sagt die Ärztin.

Bei der Vergabe der Impftermine nimmt die Praxis eine Priorisierung vor. "Dabei kommt unsere medizinische Erfahrung zum Tragen. Impfen gehört zu den Kernkompetenzen von hausärztlichen Praxen", betont Schmidt-Göhrich.

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Über 200 Impfdosen von AstraZeneca und BioNTech/Pfizer verabreichte die Ärztin mit ihrem Team schon. "Wir könnten noch mehr impfen, wenn wir zuverlässig mehr Impfstoff zur Verfügung hätten", sagt sie.

Sie und ihre Kollegen hoffen auf mehr Impfdosen und weniger Bürokratie. "Die Logistik, Organisation und Abrechnung der Impfungen ist sehr aufwendig.

Schwester Bettina Lobert (53) impft in der Carus-Praxis eine Patientin mit dem Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer. Ärztin Schmidt-Göhrich: "Ich bin stolz auf unsere medizinischen Fachangestellten. Sie leisten Großartiges im Kampf gegen die Pandemie."
Schwester Bettina Lobert (53) impft in der Carus-Praxis eine Patientin mit dem Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer. Ärztin Schmidt-Göhrich: "Ich bin stolz auf unsere medizinischen Fachangestellten. Sie leisten Großartiges im Kampf gegen die Pandemie."  © Eric Münch

"Der bürokratische Aufwand pro Impfung ist extrem hoch"

Um schnell noch mehr Menschen impfen zu können, sollen neben Hausärzten auch niedergelassene Fachärzte und Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden - vorausgesetzt, es ist genügend Impfstoff vorhanden.
Um schnell noch mehr Menschen impfen zu können, sollen neben Hausärzten auch niedergelassene Fachärzte und Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden - vorausgesetzt, es ist genügend Impfstoff vorhanden.  © Eric Münch

Neben den sehr umfangreichen Aufklärungsbögen gibt es über 20 Abrechnungsnummern, die der Arzt beachten muss", berichtet Knut Köhler, Sprecher der Sächsischen Landesärztekammer.

Auch die Impfstoff-Bestellung ist mit Hürden verbunden. Köhler: "Der bürokratische Aufwand pro Impfung ist extrem hoch, zeitraubend und führt zu viel Verärgerung unter den Hausärzten."

Er wünscht sich pragmatische Lösungen. Schließlich müssen Hausärzte ihre normalen Sprechstunden weiterführen.

Titelfoto: Eric Münch

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