Corona-Innovationen in Höchstgeschwindigkeit: Sachsens Erfinder und ihre Wege aus der Krise

Görlitz/Zittau - Not macht erfinderisch: Der Freistaat unterstützt mehr als 170 Forschungsprojekte an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen mit rund 16 Millionen Euro. Im Landkreis Görlitz ermöglichte das in den vergangenen zwölf Monaten Entwicklungen von Corona-Innovationen in Höchstgeschwindigkeit. Vier Beispiele für Lösungswege aus der Krise.

Raumluftreiniger aus Weinböhla: "Novus air"-Geschäftsführer Jani Mäkelä (44) mit dem Prototyp von "Sasoo". Inzwischen wird das Gerät in Serie produziert.
Raumluftreiniger aus Weinböhla: "Novus air"-Geschäftsführer Jani Mäkelä (44) mit dem Prototyp von "Sasoo". Inzwischen wird das Gerät in Serie produziert.  © Steffen Füssel

Raumluftreiniger gegen Viren: Innerhalb weniger Tage entwickelten die Konstrukteure der ULT AG (Löbau) und der Novus air GmbH (Weinböhla) im Sommer 2020 ein Filtergerät für Aerosole, Viren, Pollen und Keime.

Das Ergebnis: Der Raumluftreiniger "Sasoo" wird seit Mitte Dezember produziert. Sasoo kann die Virenlast in Räumen in 20 Minuten um 90 Prozent mindern. "Wir wollen dem Alltag ein Stück Normalität geben", sagt ULT-Vorstand Alexander Jakschik (38).

Die Geräte sind unter anderem in Arztpraxen im Einsatz.

ULT-Vorstand Alexander Jakschik (38) in der Produktionshalle für die Raumluftreiniger in Löbau.
ULT-Vorstand Alexander Jakschik (38) in der Produktionshalle für die Raumluftreiniger in Löbau.  © DPA / Miriam Schönbach

Maske aus dem 3-D-Drucker: Das Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz in Zittau entwickelte eine Atemschutzmaske aus dem 3-D-Drucker.

"Es ging darum, einen Beitrag zur kurzfristigen Schließung regionaler Versorgungslücken zu leisten", so Sebastian Scholz (42), Professor für Funktionsintegrierende Kunststofftechnologien.

Masken aus dem 3-D-Drucker: Das Team vom Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz Zittau um Prof. Sebastian Scholz (r.) hat's möglich gemacht.
Masken aus dem 3-D-Drucker: Das Team vom Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz Zittau um Prof. Sebastian Scholz (r.) hat's möglich gemacht.  © Steffen Füssel

Warn-Buzzer kann via Bluetooth Kontakte erkennen

Warn-Buzzer: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62) und Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (50, beide SPD) mit dem kleinen Helfer.
Warn-Buzzer: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62) und Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (50, beide SPD) mit dem kleinen Helfer.  © Uwe Meinhold

Warn-Buzzer: Die Digades GmbH (Zittau) erfand gemeinsam mit dem Barkhausen-Institut, dem Vernetzungs-Spezialisten Exelonix (beide Dresden) und der Fahrzeugelektrik Pirna eine technische Lösung zur digitalen Kontaktnachverfolgung als Ergänzung zur Corona-Warn-App.

Der Warn-Buzzer kann via Bluetooth Kontakte mit anderen Menschen erkennen und speichern. In Augustusburg (Landkreis Mittelsachsen) läuft ein Feldversuch.

Test-Plattform: Passgenaue Tests sind das Ziel der Plattform "Where2Test", an der Forscher am Görlitzer Casus-Zentrum für digitale interdisziplinäre Systemforschung arbeiten. Der Prototyp ist online, sagt Projektkoordinatorin Weronika Schlechte-Welnicz (35).

Testplattform: Michael Bussmann vom Görlitzer Casus-Zentrum macht Corona-Tests noch wirkungsvoller.
Testplattform: Michael Bussmann vom Görlitzer Casus-Zentrum macht Corona-Tests noch wirkungsvoller.  © DPA / Miriam Schönbach

Casus will Fragen beantworten helfen, wie "Welche Testverfahren sollten angewandt werden?", "Wo, wann und wie oft müssen die Tests durchgeführt werden?".

Titelfoto: Steffen Füssel

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