Immer mehr Delta-Fälle in Sachsen: Staatsregierung mahnt zur Corona-Impfung

Dresden - Die Infektionszahlen fallen weiter - nicht nur in Sachsen. Aber die Delta-Variante des Coronavirus weckt schlimme Befürchtungen. Wie gefährlich ist die zum ersten Mal in Indien nachgewiesene Mutation wirklich? Worauf muss Sachsen sich einstellen?

Die Infektionszahlen fallen auch in Sachsen. Mit der Delta-Variante droht nun eine neue Gefahr. Sie ist keinesfalls zu unterschätzen.
Die Infektionszahlen fallen auch in Sachsen. Mit der Delta-Variante droht nun eine neue Gefahr. Sie ist keinesfalls zu unterschätzen.  © imago images/MIS

Tropische Temperaturen, die Kultur läuft wieder an, alles drängt ins Freibad - und jetzt das: B.1.617.2 oder die Delta-Variante setzt sich immer mehr durch. Rund fünf Prozent der Corona-Neuansteckungen in Deutschland gehen aktuell schon auf das Konto dieser Mutation.

In Sachsen sind bisher 13 Fälle nachgewiesen (Stand: 15.6.), unter anderem in einem Hochhaus in der Altenzeller Straße in Dresden und in einem Wohnblock in Strehlen. Ein Verdachtsfall am Bertolt-Brecht-Gymnasium ist noch immer nicht bestätigt. Weitere Fälle sind aus Leipzig bekannt.

Sicher ist, die "Delta-Zahlen" steigen. Sicher ist auch: Die Variante ist um rund 40 Prozent ansteckender als alle anderen Mutationen. Das macht sie so gefährlich. Müssen wir nun um die Lockerungen fürchten? Nein, vorerst nicht.

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"Vor dem Herbst ist mit einem nennenswerten Anstieg in Sachsen kaum zu rechnen", sagt der Leipziger Epidemiologe Prof. Dr. Markus Scholz (46).

Auch dann rechnet er nicht mit einer Welle wie derzeit in Großbritannien. Dort sind viele nur einfach geimpft. Das macht es dem Virus leichter. "Nach allem, was wir bisher wissen, helfen die Impfstoffe auch gegen eine Ansteckung mit der Delta-Variante, auf alle Fälle aber gegen einen schweren Krankheitsverlauf", so Scholz. Aber nur bei vollständigem Impfschutz.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping appelliert an die Impfbereitschaft der Bevölkerung

Sachsen liegt bei den Zweitimpfungen mit an der Spitze - hilfreich im Kampf gegen die Delta-Variante.
Sachsen liegt bei den Zweitimpfungen mit an der Spitze - hilfreich im Kampf gegen die Delta-Variante.  © imago images/Christian Ohde
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD).  © dpa/Robert Michel
Die Impfstoffe wirken unterschiedlich gegen eine Ansteckung mit der Delta-Variante. Helfen tun sie in jedem Fall.
Die Impfstoffe wirken unterschiedlich gegen eine Ansteckung mit der Delta-Variante. Helfen tun sie in jedem Fall.  © dpa/Moritz Frankenberg
Gefährdet die Delta-Variante unser Sommervergnügen?
Gefährdet die Delta-Variante unser Sommervergnügen?  © Eric Münch

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) hat - auch angesichts Tausender verpasster Termine in den Impfzentren - an die Impfbereitschaft der Sachsen appelliert.

"Wer denkt, er kann sich seine zweite Impfung im Herbst holen, wenn es nötig ist, der täuscht sich", sagte die SPD-Politikerin. Bis dahin sei man gegen die Delta-Variante relativ ungeschützt. Ein klares Signal für den Sommer: Spaß haben ja, aber das Impfen nicht vergessen.

Titelfoto: Eric Münch, dpa/Robert Michel

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