Corona-Leugner "spazieren" trotz Verbots: Demos in vielen Städten Sachsens

Dresden - Keine Ausnahmen mehr, aber trotzdem Demos: Hatte das Landratsamt Bautzen vorige Woche noch Ausnahmeregeln für die "Mahnwache" erteilt, durften am Montagabend nun nur noch zehn Personen ortsfest demonstrieren. Doch das war vielen offensichtlich egal.

Rund 200 Teilnehmer versammelten sich auf dem Bautzner Kornmarkt.
Rund 200 Teilnehmer versammelten sich auf dem Bautzner Kornmarkt.  © Lausitznews

Schon Freitagabend hatten sich rund 50 Teilnehmer am Hauptmarkt in Bautzen versammelt. Die Polizei beschränkte vor Ort auf die erlaubten zehn Personen.

Trotzdem versuchte die Gruppe eine Demo durchzuführen - 38 Personalien wurden aufgenommen, 17 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht. Ein Demonstrant (45) griff die Polizei sogar an.

Im vogtländischen Plauen konnte die Polizei einen Aufzug am Wochenende nicht verhindern: 900 Protestierer, unter ihnen Mitglieder der Neonazipartei "III. Weg" zogen durch die Stadt. Auch hier ging ein Mann auf Polizisten los.

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Am Montagabend machten die rechtsextremistischen "Freien Sachsen" nun mal wieder mobil: Der Fokus lag auf Freiberg und Bautzen. Bereits vorige Woche wurde hier illegal demonstriert.

Corona-Demos in Freiberg, Bautzen, Dresden und weiteren Orten

Verfassungsschutz-Chef Dirk-Martin Christian (59) zeigt sich besorgt über die zunehmende Aggressivität im Pandemie-Leugner-Spektrum.
Verfassungsschutz-Chef Dirk-Martin Christian (59) zeigt sich besorgt über die zunehmende Aggressivität im Pandemie-Leugner-Spektrum.  © Thomas Türpe

So kündigte der Chefredakteur des rechtsextremen Compact-Magazins, Jürgen Elsässer (64), einen Auftritt in Freiberg und der Verschwörungstheoretiker Torsten Schulte (48) einen in Bautzen an. Beide kamen, ein unangemeldeter Demozug mehrerer Hundert Teilnehmer fand aber nur in Freiberg statt. Anmeldung Fehlanzeige.

In Bautzen wurde die Kundgebung gar nicht erst eröffnet: Rund 350 Personen hatten sich auf dem Kornmarkt versammelt. Als diese in großen Gruppen abströmten, kesselte die Polizei diese ein und nahm Personalien auf.

Laut einem Bericht der Dresdner Polizeidirektion gab es auch in anderen Städten ähnliche Aufmärsche. In Dresden fuhr zum Beispiel ein Autokorso der Initiative "Querdenken 351" durch die Innenstadt, außerdem versammelte sich später noch eine Gruppe vor dem Rathaus am Dr.-Külz-Ring.

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Des Weiteren gab es noch Versammlungen mit 50 bis 100 Demonstranten in Neustadt, Pirna, Sebnitz, Riesa und in Großenhain. Die Polizei sprach die Gruppen jeweils an und "forderte sie auf, die Orte zu verlassen".

Titelfoto: Lausitznews

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