Corona-Notstand: Tschechien bittet Sachsen um Hilfe

Dresden/Karlsbad - Die Corona-Lage in Tschechien spitzt sich weiter zu.
Im April 2020 wurden 14 Patienten aus Frankreich und Italien in Sachsen aufgenommen.
Im April 2020 wurden 14 Patienten aus Frankreich und Italien in Sachsen aufgenommen.  © imago images/Max Stein

Am Dienstag wurden wieder knapp 12.500 Neuinfektionen gemeldet (entspricht etwa 100.000 in Deutschland). So viele wie seit Anfang Januar nicht.

Premier Andrej Babis (64) hat jetzt grünes Licht gegeben, dass Patienten aus den Grenzregionen nach Sachsen gebracht werden dürfen. Über Wochen hatte die tschechische Regierung das abgelehnt.

"Wir haben bereits Landräte in Sachsen kontaktiert und nach Bettenkapazitäten gefragt", so Jana Pavlickova, Sprecherin des Karlsbader Kreisamtes.

"Ein entsprechender Antrag ist bei uns eingegangen. Der Landrat prüft zurzeit die Unterstützungsmöglichkeiten", bestätigt Uwe Heinl, Sprecher des Landratsamtes im Vogtland.

Kreishauptmann Petr Kulhanek (49) dürfte aufatmen. Seit Wochen kämpfen er und seine Mitstreiter dafür, dass die Patienten nicht mehr Hunderte Kilometer durch das eigene Land in Krankenhäuser mit Kapazitäten transportiert werden.

Kreishauptmann Petr Kulhanek (49) kämpft seit Wochen für die Aufnahme tschechischer Patienten in Sachsen.
Kreishauptmann Petr Kulhanek (49) kämpft seit Wochen für die Aufnahme tschechischer Patienten in Sachsen.  © PR

Versorgung sächsischer Patienten muss gesichert bleiben

Tschechiens Premier Andrej Babis (64) beim Besuch eines Prager Krankenhauses.
Tschechiens Premier Andrej Babis (64) beim Besuch eines Prager Krankenhauses.  © imago images/CTK Photo

Der Karlsbader Kreis ist besonders schwer betroffen. Am Mittwoch gab es noch exakt sieben Intensivbetten im gesamten Kreis und keine freie Herz-Lungenmaschine.

Aus dem sächsischen Sozialministerium heißt es dazu: "Die Staatsregierung hat bereits mehrfach ihre Bereitschaft erklärt, dass ausländische Corona-Patienten in Sachsen aufgenommen werden", und betont jedoch, dass die Versorgung sächsischer Patienten gesichert bleiben muss.

Bei der Größenordnung geht das Sozialministerium von Patientenzahlen wie im Frühjahr aus Italien und Frankreich aus.

Im April 2020 waren das 14 Personen gewesen.

Titelfoto: imago images/CTK Photo/imago images/Max Stein

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