Corona! Sachsen bereitet sich auf Schlimmeres vor

Dresden - Sachsen ist nicht Berlin. Keine neuen Verbote, noch keine Horrorzahlen. Aber die Bitte der Staatsregierung lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: "Fahren Sie nicht in Risikogebiete!"

Appell an die Vernunft der Sachsen: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD). Im Hintergrund Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Appell an die Vernunft der Sachsen: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD). Im Hintergrund Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Jürgen Männel

"Die Bewährungsprobe für das Land kommt jetzt. Wir werben um Sensibilität und Umsicht", so Ministerpräsident (MP) Michael Kretschmer (45, CDU). Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) appellierte der MP gestern an das Verantwortungsbewusstein der Sachsen angesichts der anhaltend steigenden Corona-Infektionen. 

Dem vorausgegangen war ein Treffen mit den Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände und Krankenhauskoordinatoren.

Aus heutiger Sicht gebe es keinen Grund zur Sorge, beruhigt Köpping. "Aber das Thema ist noch nicht vom Tisch." Darum wird ab Montag die Corona-Hotline der Staatsregierung wieder geschaltet. 

Umsicht heißt laut Kretschmer auch Verzicht: "Es ist nicht vernünftig und absolut unverantwortlich, jetzt in Risikogebiete zu fahren." 

Ein Verbot besteht gleichwohl nicht. Auch nicht verboten sind Reisen nach Polen und Tschechien. 

In Polen gilt ab dem heutigen Samstag jedoch eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, auch wenn die angrenzenden Regionen bislang vergleichsweise geringe Zahlen melden. Anders Sachsen selbst. Am Freitag wurden erstmals insgesamt mehr als 8000 Infizierte seit Ausbruch der Pandemie gezählt. Im Vergleich zum Vortag kamen am Freitag 215 Infektionen hinzu, drei Menschen starben. 

Laut Michael Albrecht (70), Chef der Uniklinik Dresden und verantwortlich für Krankenhauskoordination, verdoppelt sich zur Zeit pro Woche die Zahl der stationär zu behandelnden Patienten.

Ärztlicher Sachverstand für die Landesregierung: Professor Michael Albrecht (70).
Ärztlicher Sachverstand für die Landesregierung: Professor Michael Albrecht (70).  © Steffen Füssel

Zum Schluss die gute Nachricht: Ab 3. November werden die Beherbergungsregeln in Sachsen wie erwartet gelockert: Reisende in Sachen Wirtschaft und Reisende in Familiendingen dürfen dann wieder Zimmer buchen.

Titelfoto: Jürgen Männel

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