Corona-Strafe im Lockdown: Mann soll 150 Euro zahlen, weil er vorm Supermarkt rumstand

Pirna - Weil Kevin B. (23) während des Lockdowns im April vor einem Einkaufsmarkt in Pirna wartete, als seine Freundin drinnen Getränke kaufte, soll er ein Bußgeld von 150 Euro zahlen.

Während seine Freundin drinnen einkaufte, wartete Kevin B. (23) vor der Tür. Dafür soll er 150 Euro Bußgeld zahlen.
Während seine Freundin drinnen einkaufte, wartete Kevin B. (23) vor der Tür. Dafür soll er 150 Euro Bußgeld zahlen.  © Ove Landgraf

Der Vorwurf: Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz. Doch das will der Fernfahrer nicht akzeptieren und hat Einspruch eingelegt. Deshalb beschäftigt der Fall nun das Amtsgericht Pirna.

Dort muss Richter Jürgen Uhlig (63) entscheiden, ob Kevin B. an jenem 11. April einen triftigen Grund hatte, die eigenen vier Wände zu verlassen. Einen solchen brauchte es laut der damals gültigen Corona-Schutz-Verordnung nämlich. 

Einkaufen wäre ein solcher Grund, ein Spaziergang, um frische Luft zu schnappen, ebenso. Er aber stand eben vor dem Laden.

Grund dafür waren laut Kevin besagte Schutzmaßnahmen, nach denen jeder Kunde einen eigenen Einkaufswagen benutzen musste. "Wir wollten aber nur etwas zum Trinken kaufen. Warum sollten wir für zwei Flaschen mit zwei Wagen reingehen." 

Also blieb Kevin draußen, wo er zwei Freunde traf und mit denen einige Worte wechselte.

Richter Uhlig will Freundin verhören

Für das Ordnungsamt hat Kevin B. gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen.
Für das Ordnungsamt hat Kevin B. gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen.  © Ronny Hartmann/dpa

Nach wenigen Minuten sei dann das Ordnungsamt gekommen. Kevin vermutet, dass Nachbarn die Ordnungshüter gerufen haben, da er und seine Freunde sich in der Vergangenheit oft auf dem Parkplatz getroffen haben.

Nach etwa fünf Minuten war die Kontrolle bereits beendet. Seine Freundin sei da noch immer im Markt gewesen und habe nichts mitbekommen, sagt er. Richter Uhlig will sie aber trotzdem hören.

Deshalb geht das Verfahren in einer Woche mit ihrer Aussage weiter.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa/Ove Landgraf

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