Corona-Wettlauf in Sachsen: Impf-Portal ab Donnerstag für weitere Gruppen freigegeben

Dresden - In der Coronakrise hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Weil offensichtlich eine zweite Pandemie beginnt, wird das Impfen nun massiv beschleunigt. Möglich ist das nun dank zuverlässig gelieferter Impfstoffe.

Der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk (52, CDU).
Der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk (52, CDU).  © Eric Münch

"Ab Donnerstag werden wir das Impf-Buchungsportal für neue Gruppen freigeben", kündigt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) an.

Hintergrund ist die sichere Verfügbarkeit des Impfstoffs von AstraZeneca, der nur für unter 65-Jährige freigegeben ist. Darum dürfen sich ab Donnerstag auch Lehrer und Erzieher aus Kitas sowie Grund- und Förderschulen anmelden.

"Der Impfstoff ist besser als sein Ruf. Er ist gut", warb Köpping nachdrücklich für das Impfen mit diesem Stoff und bat die betreffenden Personengruppen, sich zu kümmern. Denn von diesem Impfstoff hat Sachsen viele Dosen am Lager, konkret 70.000! Auch Polizisten und Ordnungskräfte sollen von der Freischaltung profitieren.

Das sei ein zusätzliches Angebot. Den anderen Prioritätengruppen werde nichts weggenommen, so die Ministerin.

Kapazitäten in den Impfzentren sollen deutlich aufgestockt werden

In der Messe Dresden befindet sich eines der Impfzentren des Freistaats.
In der Messe Dresden befindet sich eines der Impfzentren des Freistaats.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Petra Köpping (62, SPD), Sozialministerin von Sachsen, während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei am Dienstag.
Petra Köpping (62, SPD), Sozialministerin von Sachsen, während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei am Dienstag.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Geplant ist Köpping zufolge auch die Aufstockung der Kapazitäten in den Impfzentren: Statt momentan theoretisch 13.000 Impfungen pro Tag in allen 13 sächsischen Impfzentren sollen ab Mai/Juni 40.000/Tag möglich sein.

Dafür sollen die Impfstrecken in den Zentren von 26 auf 52 in Sachsen verdoppelt werden. Auch das Personal wird aufgestockt.

Wann übrigens auch Hausärzte impfen dürfen, kann sie noch nicht beantworten, so Köpping. Bislang fest steht nur ein erster Test mit 40 Praxen. Sie verteilen sich gleichmäßig über die Regionen Chemnitz, Leipzig und Dresden.

Denn die Lage ist noch immer ernst. "Eine Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens wird es so schnell nicht geben", sagte Köpping am Dienstag. Grund, laut Staatskanzleichef Oliver Schenk (52, CDU): Eine zweite Pandemie ist im Anmarsch. Dabei handelt es sich um eine Krankheit durch die Corona-Mutanten, die nach bisherigen Erkenntnissen schneller anstecken und einen schwierigeren Krankheitsverlauf bewirken.

Schon jetzt ist das Vogtland stark betroffen. Besonders die britische Mutante macht Sachsen zu schaffen. "Die Möglichkeiten für Öffnungen sind nicht sehr groß", dämpfte Schenk überzogene Erwartungen.

Titelfoto: Bildmontage: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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