Damit Impfstoff nicht verfällt? Sächsische Polizisten vorzeitig geimpft!

Dresden - In Sachsen haben hunderte Polizisten früher als geplant eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

Polizisten stehen bei einer Kontrolle der Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr an einer Haltestelle am Postplatz.
Polizisten stehen bei einer Kontrolle der Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr an einer Haltestelle am Postplatz.  © dpa/ZB/Sebastian Kahnert

Wie die Polizeidirektion Dresden am Montag auf Anfrage mitteilte, wurden bisher 391 Beamte geimpft. Die Impfdosen seien den Polizisten an mehreren Tagen kurzfristig vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) angeboten worden, um den Impfstoff vor dem Verfall zu retten. Deshalb habe man das Angebot angenommen.

Das DRK, das in Sachsen die Impfzentren organisiert, bestätigte das Vorgehen. "Oberstes Ziel ist es, keinen Impfstoff verloren gehen zu lassen", erklärte DRK-Sprecher Kai Kranich.

Dass im Januar Impfdosen übrig waren, begründete er mit einem Fehler im Buchungssystem. Termine seien doppelt gebucht und dafür doppelt so viel Impfstoff aufgetaut worden. "Wir brauchten eine schnelle Lösung."

Polizisten gehören nicht zur Gruppe mit der höchsten Priorität bei der Impfstoff-Vergabe.

Impf-Reihenfolge soll eingehalten werden

"Impfung" steht auf einer Wand in einem Impfzentrum.
"Impfung" steht auf einer Wand in einem Impfzentrum.  © dpa/Friso Gentsch

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums haben prinzipiell auch bei der Verteilung von übrig gebliebenen Impfstoff-Dosen die Gruppen mit der höchsten Priorität Vorrang - also über 80-Jährige, medizinisches Personal und ambulante Pflegedienste. Ist der Impfstoff aufgetaut, aber noch nicht fertig zum Spritzen verarbeitet, werden die Dosen über Termine im Buchungssystem vergeben.

Ist der Impfstoff bereits in der Spritze aufgezogen und droht am Ende des Tages "kurzfristig zu verfallen", können Impfzentren auf eine mit den Kommunen abgestimmte Liste zurückgreifen. Darauf stehen etwa Arztpraxen, aber auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, weil sie zur kritischen Infrastruktur gehören.

Im Einzelfall könne von der vorgegebenen Impfreihenfolge abgewichen werden, hieß es. Laut Ministerium bleiben gewöhnlich am Ende eines Tages in Sachsen weniger als sechs Dosen übrig und werden entsprechend verteilt.

Heutige Impfstofflieferung wegen des Wetters verschoben

Nach Angabe des DRK sind Termine über das Buchungsportal weiterhin schwierig zu bekommen, weil es nach wie vor an Impfstoff fehlt. So sei etwa eine für Montag angekündigte Impfstofflieferung von Biontech/Pfizer wegen des Winterwetters verschoben worden.

Könne jemand wegen der aktuellen Witterung seinen Termin für eine Erstimpfung nicht wahrnehmen, verfalle dieser, erklärte DRK-Sprecher Kranich. Wer aber einen Termin für eine Zweitimpfung in einem Impfzentrum nicht wahrnehmen könne, sollte über die Hotline einen einem Alternativtermin vereinbaren.

Kranich weiter: "Vorerst fahren wir weiter auf Sicht."

Titelfoto: Montage: dpa/Friso Gentsch, dpa/zb/Sebastian Kahnert

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