Darf man jetzt oder nicht? So chaotisch ist die Regelung zur Silvester-Knallerei

Dresden - 2021 wird wohl auf leisen Sohlen kommen - ohne viel Böllerei und Feuerwerk. Wenige Tage vor dem Jahreswechsel sind die Regelungen zum privaten Silvesterfeuerwerk in der Corona-Pandemie in Sachsens Städten allerdings noch uneinheitlich geregelt oder gar unklar.

Der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester ist 2020 grundsätzlich verboten.
Der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester ist 2020 grundsätzlich verboten.  © dpa/Christophe Gateau

Dresdens OB Dirk Hilbert (49, FDP) kündigte schon vor Tagen einen Böller-Bann per Allgemeinverfügung an. Am Montag soll das entsprechende Papier veröffentlicht werden, mit dem ein "Feuerwerksverbot" für das gesamte Stadtgebiet verfügt wird.

Damit übertrifft Dresden die Vorgaben der aktuellen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung. Diese verbietet nur den Feuerwerksverkauf. Zudem wird lediglich "dringend davon abgeraten", bereits vorhandenes Feuerwerk abzubrennen.

Die Verordnung gibt den zuständigen kommunalen Behörden aber freie Hand, für viel besuchte öffentliche Plätze ein Verbot des Abbrennens von Feuerwerkskörpern anzuordnen.

Bürgermeister machen davon Gebrauch: Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (53, CDU) hat eine Polizeiverordnung erlassen, die auf vier Straßen und der Altstadtbrücke zu Silvester von 22 Uhr an bis zum Neujahrstag 2 Uhr das Zünden von Pyrotechnik verbietet.

Wer sich nicht daran hält, kann mit Geldstrafen belegt werden.

Feuerwerks-Verbot trifft Pyrotechnik-Hersteller knallhart

Silvester-Feuerwerk über der Altstadt von Dresden. Solche Fotos werden in diesem Jahr nicht möglich sein - das Zünden von Raketen ist im Stadtgebiet verboten.
Silvester-Feuerwerk über der Altstadt von Dresden. Solche Fotos werden in diesem Jahr nicht möglich sein - das Zünden von Raketen ist im Stadtgebiet verboten.  © DPA/Robert Michael

Auch Leipzig wird laut einem Sprecher wohl in den kommenden Tagen ein Feuerwerksverbot per Allgemeinverfügung herausgeben. Die Stadt Chemnitz prüft noch ihr Vorgehen.

Die Rathausspitze will sich dabei mit anderen Städten im Freistaat abstimmen, hieß es. In Zwickau ist wohl keine Böllerverbotszone geplant.

Der Handel hat bereits reagiert und wie zum Beispiel Kaufland entsprechende Werbung korrigiert. Aldi, Lidl & Co. bieten für den 'Silvesterspaß im kleinen Kreis" ab Dienstag Tischfeuerwerk und Knallerbsen an.

Das Feuerwerks-Verkaufsverbot trifft die Pyrotechnik-Hersteller knallhart - zum Beispiel die Firma Weco, die in Freiberg 106 Mitarbeiter beschäftigt. Ende November ließ sich Weco-Chef Thomas Schreiber (56) bereits mit den Worten zitieren:

"Es ist davon auszugehen, dass ein Verbot einen dauerhaften Wegfall der gesamten pyrotechnischen Industrie in Deutschland zur Folge hätte."

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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