Der Stoff, aus dem die Scheine sind: Hier entsteht Sachsens wertvollstes Papier

Königstein - Das ist doch reine Geldmacherei! Ja, genau: Was irgendwann irgendwo auf der Welt als "Zwanni" oder "Fuffi" über den Ladentisch geht, hat (vielleicht) hier seinen Ursprung.

Sieht neu aus, hat aber eine lange Tradition: Die Ursprünge der heutigen Papierfabrik liegen im 16. Jahrhundert.
Sieht neu aus, hat aber eine lange Tradition: Die Ursprünge der heutigen Papierfabrik liegen im 16. Jahrhundert.  © dpa/Ralf Hirschberger

Die Papiermühle Louisenthal liefert den Rohstoff, aus dem später Banknoten werden. Wie, ist Verschlusssache. Die wesentlichen Schritte ähneln der Herstellung von Kopierpapier:

Fasern plus Wasser gleich Brei - der wird auf ein Sieb gestrichen und mit Walzen, Pressen, Trocknen wird Papier draus. Für Banknoten nimmt man Baumwoll-, für Kopierpapier Holzfasern.

Und die Sicherheitsmerkmale? Die gängigen kennt man, alles andere ist top secret! Zu Geldscheinen wird das Banknotenpapier dann in Leipzig. Dort erfolgt der Druck bei "Giesecke+Devrient".

Der Konzern, zu dem auch die Papiermühle gehört, hat seinen Hauptsitz in München und 11.500 Mitarbeiter in 33 Ländern. Allein die Banknotensparte macht einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro.

Versteckt im Tal: die Papiermühle Louisenthal.
Versteckt im Tal: die Papiermühle Louisenthal.  © Marko Förster
Die Königsteiner Jahresproduktion würde rein rechnerisch für 13 Milliarden 50-Euro-Scheine reichen.
Die Königsteiner Jahresproduktion würde rein rechnerisch für 13 Milliarden 50-Euro-Scheine reichen.  © picture-alliance/dpa
Tapetenrollen? Zeitungspapier, unbedruckt? Nein - aus diesen Rollen werden Geldscheine.
Tapetenrollen? Zeitungspapier, unbedruckt? Nein - aus diesen Rollen werden Geldscheine.  © dpa/Ralf Hirschberger

Papiermühle steht nicht für Geld machen

Wolfram Seidemann, G+D-Geschäftsführer Currency Technology.
Wolfram Seidemann, G+D-Geschäftsführer Currency Technology.  © Holm Helis

Ja, mit Geld lässt sich Geld machen!

Aus den jährlich 12.000 Tonnen Königsteiner Banknotenpapier könnte man rein rechnerisch 13 Milliarden 50-Euro-Scheine machen. So viele würden in rund 650.000 Schuhkartons passen.

Aber die Papiermühle steht heute für viel mehr: nämlich auch für Sinterpapier für Brennstoffzellen, beheizbares Papier oder auch für SmartMesh, eine Anwendung für flexible Elektronik auf Folien.

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Gegründet wurde "Giesecke+Devrient" übrigens als "typografisches Kunst-Institut" in Leipzig. "Sächsische Tradition und Erfindergeist sind Teil der DNA von Giesecke+Devrient. Die Bedingungen in Sachsen sind ideal", sagt der Geschäftsführer von G+D Currency Technology, Wolfram Seidemann (Jg. 1967).

Weitermachen? Mit Sicherheit!

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Ralf Hirschberger, picture-alliance/dpa

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