Diese Strafe kommt auf Quarantäne-Verweigerer in Sachsen zu!

Dresden - Seit Gründonnerstag gilt in Sachsen Quarantäne-Pflicht für alle Auslandsrückkehrer. Auch wer Kontakt mit einem Coronavirus-Infizierten hatte, muss sich in 14-tägige Quarantäne begeben. Eine drastische Strafe droht denen, die sich nicht daran halten, berichtet MDR. 

Sozialministerin Petra Köpping (61, SPD) vor der in Corona-Zeiten leeren Leipziger Kneipenmeile.
Sozialministerin Petra Köpping (61, SPD) vor der in Corona-Zeiten leeren Leipziger Kneipenmeile.  © SebastianMontage: Willnow/dpa-Zentralbild/dpa / Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Wer die Quarantäne-Regeln bricht, soll zukünftig weggesperrt werden, teilte das sächsische Sozialministerium auf Anfrage des MDR mit.

In vier sozialpsychiatrischen Krankenhäusern des Freistaats wurden insgesamt 22 Zimmer freigeräumt. 

Wer dort eingesperrt wird, weil er sich den Quarantäneanordnungen widersetzt, soll von der Polizei überwacht werden.

Soweit die Theorie. Ob praktisch tatsächlich so hart durchgegriffen werden muss, wird sich zeigen. 

Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk erklärte Sozialministerin Petra Köpping (61, SPD), dass dies bisher nicht notwendig gewesen sei und sie davon ausgehe, dass dies höchstens in Einzelfällen nötig werde.


Mehrere Tausend Menschen mussten in den vergangenen Wochen im Freistaat bereits in Quarantäne, davon die meisten laut MDR in Dresden. Dort wurde für mehr als 3000 Personen bisher Quarantäne angeordnet.

Update, 20.52 Uhr: Freie Wähler kritisieren strenge Regeln für Quarantäne-Verweigerer in Sachsen

Die Freien Wähler haben die strengen Regeln für Quarantäne-Verweigerer in Sachsen kritisiert. Es sei "völlig überzogen", dass diese zwangsweise isoliert werden könnten, teilte die Partei am Freitag mit. Manche Bürger fühlten sich an schlimmste DDR-Zeiten ‎erinnert, hieß es. Zuvor hatte der MDR berichtet, dass Rückkehrer, die sich nicht an die seit Donnerstag geltende Quarantäne-Verordnung im Freistaat hielten, zwangsweise in einer von vier psychiatrischen Kliniken abgesondert untergebracht werden könnten. Dort hat die Landesregierung 22 Zimmer vorgesehen.

Update, 11. April, 14.39 Uhr: Petra Köpping dementiert Psychiatrie-Gerüchte

Inzwischen hat die Gesundheitsministerin mit den Meldungen rund um eine mögliche psychiatrische Einweisung von Menschen, die sich den Quarantäneanordnungen widersetzen, aufgeräumt. Mehr dazu im Coronavirus-Dresden-Ticker.

Titelfoto: SebastianMontage: Willnow/dpa-Zentralbild/dpa / Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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