Gewerkschaft kritisiert: Sachsens Frauen stecken zu oft in prekären Jobs

Dresden - Kurz vorm Internationalen Frauentag (8. März) schlägt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Alarm: In Sachsen stecken zu viele Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen und steuern so auf Altersarmut zu.

In der Gastronomie arbeiten laut Gewerkschaft NGG besonders viele Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen.
In der Gastronomie arbeiten laut Gewerkschaft NGG besonders viele Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen.  © F1online

Aktuell seien 72 Prozent der in Teilzeit- oder Minijobs arbeitenden Beschäftigten Frauen, weiß Volkmar Heinrich (61), Geschäftsführer der NGG für Dresden und Chemnitz. Und kritisiert: "Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus."

Besonders problematisch sei die Situation in der Gastronomie und am Verkaufstresen von Bäckereien. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen, so Heinrich. Die Folgen: geringe Einkommen und Mini-Renten im Alter!

Sachsens NGG fordert die Unternehmen deshalb auf, mehr prekäre Jobs in sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen umzuwandeln. Heinrich: "Das ist auch das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel."

Allerdings: Viele Frauen würden freiwillig Teilzeit arbeiten, wendet die Landesarbeitsagentur ein. "Bei einer guten Arbeitsmarktsituation nimmt die freiwillige Teilzeitbeschäftigung zu, weil sich die Menschen mit dem Blick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Teilzeitarbeit leisten können und wollen", erklärt Sprecher Frank Vollgold.

Volkmar Heinrich (61), Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG für Dresden und Chemnitz.
Volkmar Heinrich (61), Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG für Dresden und Chemnitz.  © Thomas Türpe

Titelfoto: F1online

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0