Drogentests für Mitarbeiter, Zugang nur durch Panzertür: Das ist Sachsens erste Cannabis-Fabrik

Ebersbach - Richtfest bei Sachsens Cannabis-Königen! In Ebersbach bei Radeburg wird seit etwa einem Jahr aus dem einst modernsten Schlachthof Europas das "deutsche Zentrum für medizinisches Cannabis".

Zunächst werden in vier solcher Räume je tausend Pflanzen angebaut.
Zunächst werden in vier solcher Räume je tausend Pflanzen angebaut.  © Amac Garbe

Bereits ab Oktober will das Unternehmen Demecan (steht für: Deutsches Medizinal-Cannabis) hier die ersten Pflanzen anbauen. Anfang 2022 sollen dann die ersten Produkte an die vom Bund eingerichtete Cannabisagentur geliefert werden.

Als einer von drei Produzenten in Deutschland hatte Demecan 2019 die Erlaubnis bekommen, medizinisches Cannabis anzubauen.

Zunächst sollen jährlich knapp eine Tonne Blüten produziert werden. "Wir könnten aber bis zu zehn Tonnen anbauen, ohne zusätzliche Gebäude errichten zu müssen", sagt Adrian Fischer (37), einer der drei Geschäftsführer.

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In Ebersbach soll es nicht beim bloßen Anbau bleiben. "Wir wollen auch weitere Produkte wie etwa Cannabis-Extrakte entwickeln und die Forschung vorantreiben", so Fischer.

Wo jetzt noch gebaut wird, sollen ab Oktober Cannabis-Pflanzen wachsen.
Wo jetzt noch gebaut wird, sollen ab Oktober Cannabis-Pflanzen wachsen.  © Amac Garbe
Seit 2017 können sich Patienten zur Schmerzlinderung Cannabis vom Arzt verschreiben lassen.
Seit 2017 können sich Patienten zur Schmerzlinderung Cannabis vom Arzt verschreiben lassen.  © imago images/epd
Knapp eine Tonne Cannabisblüten soll pro Jahr in Ebersbach produziert werden.
Knapp eine Tonne Cannabisblüten soll pro Jahr in Ebersbach produziert werden.  © imago images/Panthermedia
Schon bald sieht es in den Produktionsräumen so aus.
Schon bald sieht es in den Produktionsräumen so aus.  © picture alliance/dpa/Tilray Deutschland GmbH

Wie wird das Cannabis gesichert?

Konnten Richtfest feiern: Die Demecan-Chefs Adrian Fischer (37), Cornelius Maurer (38), Jörg Sellmann und Constantin von der Groeben (37, v.l.n.r.).
Konnten Richtfest feiern: Die Demecan-Chefs Adrian Fischer (37), Cornelius Maurer (38), Jörg Sellmann und Constantin von der Groeben (37, v.l.n.r.).  © Amac Garbe

Der ehemalige Schlachthof sei dabei als Standort für Europas größte Indoor-Cannabis-Produktion ideal. Das liegt zum einen am rund 100.000 Quadratmeter großen Gelände und zum anderen an der massiven Bauweise aus Stahlbeton.

Damit die wertvolle Ware vor Dieben gesichert ist, wird die Produktionshalle nach dem Innenausbau zur Festung. Der einzige Zutrittskanal werde durch eine sechs Tonnen schwere Panzertür gesichert, wie sie auch Banken einsetzen, erklärt Fischer.

Das Lager der fertigen Produkte im Inneren werde durch eine Konstruktion aus Stahlbeton und eine weitere Panzertür gesichert. Mit mehr als 150 Kameras wird alles inklusive der dann etwa 80 Mitarbeiter überwacht.

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Freiwillige Drogentests und ein Sicherheitskonzept sollen ebenfalls Diebstahl durch die Mitarbeiter verhindern.

Titelfoto: Amac Garbe

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