Droht Sachsen eine Pleitewelle? Schon 41,5 Millionen Insolvenzgeld ausgezahlt

Dresden - Sachsen steuert offenbar auf eine Pleitewelle zu. Die Arbeitsagenturen verzeichnen bereits eine drastische Zunahme bei der Auszahlung von Insolvenzgeld.

Die Bundesagentur für Arbeit hat 2020 in Sachsen fast doppelt so viel Insolvenzgeld ausgeschüttet wie 2019, so die Recherchen von Sabine Zimmermann (59, Linke).
Die Bundesagentur für Arbeit hat 2020 in Sachsen fast doppelt so viel Insolvenzgeld ausgeschüttet wie 2019, so die Recherchen von Sabine Zimmermann (59, Linke).  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Von Januar bis November habe die Bundesagentur für Arbeit im Freistaat bereits rund 41,5 Millionen Euro ausgegeben, teilte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (59, Linke) nach Auswertung entsprechender Statistiken mit.

Das waren rund 92 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (21,6 Millionen Euro). Im November hätten die Ausgaben für Insolvenzgeld bei 6,3 Millionen Euro gelegen und damit dreimal so hoch wie im Vorjahresmonat.

Hintergrund: Im Fall einer Insolvenz zahlt die Arbeitsagentur den Arbeitnehmern auf Antrag einen Ersatz für das fehlende Entgelt. Insolvenzgeld wird einmalig für die letzten drei Monate vor Eintreten der Insolvenz gewährt.

"Die Corona-Pandemie sorgt für eine beispiellose Krise am Arbeitsmarkt. Die Unternehmensinsolvenzen werden in den nächsten Monaten stark ansteigen", erklärt die Politikerin.

Angesichts der Krise forderte sie die Bundesregierung auf, den Insolvenzgeldzeitraum auf sechs Monate zu verlängern. Dadurch werde die Absicherung der Beschäftigten verbessert und die Chancen, Unternehmen zu erhalten, würden steigen, so Zimmermann.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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