Dürre und Frostschäden: Forstleiter müssen Bäume fällen wie lange nicht

Dresden/Neustadt - Alarm in Sachsens Wäldern. Neben dem Befall durch Borkenkäfer leiden die Bäume auch an der Trockenheit. Besonders betroffen ist der Forstbezirk Neustadt bei Sebnitz.

Forstarbeiter fällen derzeit Schad-Bäume im Akkord.
Forstarbeiter fällen derzeit Schad-Bäume im Akkord.  © Kerstin Rödiger, Sachsenforst

"Viele Bäume sind ganz einfach vertrocknet, da der Wasservorrat im Boden aufgebraucht war oder haben ihre letzten Reservestoffe dieses Frühjahr noch zum Austreiben genutzt und sterben jetzt ab", klagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstes.

"Das passierte nicht nur bei Bäumchen, die noch keine tiefreichenden Wurzeln hatten, um an Wasser im Boden zu gelangen, sondern auch großen Bäumen."

Er appelliert an das Verständnis der Bevölkerung: Es würden aktuell in allen Revierteilen Schutzarbeiten durchgeführt, so dass Wege nicht genutzt werden können und vorübergehend unschöne Waldbilder entstehen.

Aber es geht noch schlimmer: Laut Sachsenforst haben die kalten Mai-Nächte gravierende Schäden in ganz Sachsen verursacht. Konkret sind 7500 Hektar betroffen.

"Das sind die größten Spätfrostschäden seit 1991", so Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst. "Das erlebt man nur einmal in einer Förstergeneration. Wir haben schon genug mit Stürmen, Trockenheit und Borkenkäfern zu kämpfen."

Landesforstpräsident Utz Hempfling (57).
Landesforstpräsident Utz Hempfling (57).  © Sachsenforst

Die betroffenen Bäume zeigen braun verfärbte Blätter oder Nadeln und die frisch gebildeten Triebe hängen leblos herab.

Titelfoto: Kerstin Rödiger, Sachsenforst

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