Ein Drittel der Polizisten in Sachsen hält Corona-Maßnahmen für übertrieben

Leipzig - Die Corona-Pandemie betrifft Polizisten in besonderer Weise. So müssen sie etwa immer wieder Sanktionen bei Verstößen gegen Auflagen umsetzen. Dabei stehen in Sachsen nicht alle hinter den geltenden Regelungen.

Rund ein Drittel der Polizisten in Sachsen haben sich einer Studie zufolge skeptisch zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geäußert. (Symbolbild)
Rund ein Drittel der Polizisten in Sachsen haben sich einer Studie zufolge skeptisch zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geäußert. (Symbolbild)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Rund ein Drittel der Polizisten in Sachsen haben sich einer Studie zufolge skeptisch zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geäußert und hielten diese für übertrieben.

Ein weiteres Drittel hielt sie für angemessen, ein Viertel der Befragten hätten sich sogar schärfere Maßnahmen gewünscht. Etwas mehr als zehn Prozent machten keine Angaben.

Das geht aus einer Untersuchung des Sächsischen Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung hervor, über die am Freitag mehrere Medien berichteten.

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An ihr nahmen 2323 der knapp 15.000 Polizisten im Freistaat teil. "Mit dieser Ausschöpfungsquote von ca. 15 Prozent bieten die Daten eine solide Grundlage für Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit der Polizei Sachsen", erklärten die Verfasser.

Der Befragungszeitraum erstreckte sich den Angaben zufolge vom 20. Oktober bis zum 17. November 2020.

Maßnahmeneinschätzung hängt von gefühlter Corona-Gefahr ab

Ein Viertel der Beschäftigten der sächsischen Polizei glaubt, dass das Coronavirus nicht gefährlicher ist als eine normale Grippe. (Symbolbild)
Ein Viertel der Beschäftigten der sächsischen Polizei glaubt, dass das Coronavirus nicht gefährlicher ist als eine normale Grippe. (Symbolbild)  © Arvid Müller/dpa-Zentralbild/dpa

Bei der Verhängung von Sanktionen wegen Verstößen gegen die Maßnahmen waren 32 Prozent der Polizisten der Ansicht, diese gingen nicht weit genug; 31 Prozent hielten sie für richtig und angemessen; 21 Prozent waren der Meinung, sie gingen zu weit.

Damit empfanden die Polizisten in Sachsen die Bestrafungen seltener als unzureichend als die Deutschen allgemein: Hier waren nach einer Vergleichszahl 46 Prozent der Meinung, die Sanktionen gingen nicht weit genug.

"Ob Maßnahmen und ihre Sanktionierung für angemessen gehalten werden, hängt fraglos auch von der eigenen Einschätzung der tatsächlichen Gefährlichkeit des Coronavirus ab", schätzten die Verfasser der Studie ein.

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In der Auswertung der Befragung stellte sich heraus, dass immerhin ein Viertel der Beschäftigten der sächsischen Polizei die Aussage, das Coronavirus sei nicht gefährlicher als eine normale Grippe, als "eher" oder "voll und ganz" zutreffend beurteilte.

Ein weiteres knappes Fünftel hatte dazu keine klare Position.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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