Erst die Wälder, jetzt lodern in Sachsen auch die Felder! Feuer fressen sich bis zum Ortseingang

Dresden - Ob im Osten oder im Westen: An allen Ecken Sachsens müssen derzeit die Feuerwehren ausrücken. Nicht nur die Wälder lodern, auch auf Sachsens Feldern kommt es immer wieder zu Bränden. Für die Landwirte bedeutet das eine Katastrophe.

Das Feuer breitete sich bis zum Ortseingang von Wendischbaselitz aus.
Das Feuer breitete sich bis zum Ortseingang von Wendischbaselitz aus.  © Rocci Klein

Um 12.40 Uhr am gestrigen Dienstag rückten vier Feuerwehren bei Wendischbaselitz (Landkreis Bautzen) aus: Auf 15 mal 15 Metern stand dort der Acker in Flammen. In rasender Geschwindigkeit hatte sich der Brand bis zum Ortseingang ausgebreitet.

Glück im Unglück: Das Feld war gerade erst abgeerntet worden: "Es wird vermutetet, dass ein Stein in eine Erntemaschine gekommen ist und es so einen Funkenflug gab", so Polizeisprecher Sebastian Ulbrich (31). "Zu Schaden kam bei dem Brand niemand."

Kurz darauf ein ähnliches Bild bei Schönbrunn (Erzgebirgskreis): Dort brannten nach der Ernte rund fünf Hektar Stoppelfeld. Im Zwickauer Ortsteil Mosel stand ein Hektar Feld in Flammen. Doch es brennen nicht nur Stoppeln, sondern auch Getreide selbst geht mit in Flammen auf.

Daran hakt's bei der Bürgerbeteiligung in Sachsen
Sachsen Daran hakt's bei der Bürgerbeteiligung in Sachsen

"Wir haben in diesem Jahr deutlich mehr Feldbrände als im vergangenen Jahr", sagt Andreas Jahnel (51), Fachreferent Pflanzenbau beim Sächsischen Landesbauernverband. "Es ist zu heiß und es gibt viel zu wenig Niederschlag."

Vermutlich hatte Funkenflug das Feld bei Wendischbaselitz in Brand gesetzt.
Vermutlich hatte Funkenflug das Feld bei Wendischbaselitz in Brand gesetzt.  © Rocci Klein
Bei Mosel gingen Stoppeln in Flammen auf.
Bei Mosel gingen Stoppeln in Flammen auf.  © Ralph Koehler/Propicture

Vorsicht mit brennenden Gegenständen!

Nach den Löscharbeiten bei Schönbrunn pflügten die Landwirte den Acker um, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern.
Nach den Löscharbeiten bei Schönbrunn pflügten die Landwirte den Acker um, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern.  © Rocci Klein

Hinzu kommt, dass die Bauern wegen der anhaltenden Dürre bereits jetzt zur vorzeitigen Ernte gezwungen sind.

"Die Körner sind dabei kleiner", so der Fachmann. "Das heißt, es gibt weniger Ertrag." Damit nicht noch mehr wegbrennt, sind die Landwirte bereits bei den Arbeiten mit Wasserfässern unterwegs.

Brechen einige der Brände durch die Erntearbeiten aus, weist der Verband darauf hin, dass auch an Feldrändern nicht mit brennenden Gegenständen, wie zum Beispiel Zigaretten, hantiert werden soll.

Titelfoto: Ralph Koehler/propicture und Rocci Klein

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