Erste Bürgermeister wollen Corona-Tests finanzieren

Freiberg/Augustusburg - Mit kostenpflichtigen Corona-Tests als Eintrittskarte ins gesellschaftliche Leben steigt ab Oktober der Druck auf Nichtgeimpfte. Zwei Bürgermeister der Region wollen da nicht mitmachen.

Oberbürgermeister Sven Krüger (47, parteilos) lässt Freiberger bis Jahresende weiter kostenlos testen.
Oberbürgermeister Sven Krüger (47, parteilos) lässt Freiberger bis Jahresende weiter kostenlos testen.  © Uwe Meinhold

In Freiberg können sich Bürger der Stadt zunächst bis Jahresende kostenlos testen lassen. Die Kosten übernimmt die Stadt.

Oberbürgermeister Sven Krüger (47, parteilos): "Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich die Gefahr sehe, dass Menschen sich aus Kostengründen nicht mehr testen lassen. Das Testen ist neben dem Impfen und Hygienekonzepten eine wichtige Säule in der Pandemiebekämpfung."

Und weiter: "Außerdem halte ich es für falsch, nicht geimpfte Bürger aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen."

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Auch Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (50, parteilos) sucht nach einem Weg, Tests für Einwohner und Touristen zumindest erschwinglich anzubieten. Hier sollen die Kosten eventuell zwischen Stadt, Gewerbetreibenden und Testwilligen aufgeteilt werden. "Wir führen gerade Gespräche, wie es gehen kann", so Neubauer.

Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (50, parteilos) will Corona-Tests für Einwohner und Touristen erschwinglich anbieten.
Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (50, parteilos) will Corona-Tests für Einwohner und Touristen erschwinglich anbieten.  © dpa/Jan Woitas
In Freiberg und Augustusburg wollen die Bürgermeister die Corona-Tests vorerst weiter finanzieren (Symbolbild).
In Freiberg und Augustusburg wollen die Bürgermeister die Corona-Tests vorerst weiter finanzieren (Symbolbild).  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Wenn wir vierzig Prozent der Menschen von Angeboten ausschließen, bekommen das Gastronomen und Hoteliers zu spüren. Außerdem ist häufiges Testen eine Voraussetzung, um einen Überblick über die Infektionslage zu behalten. Wenn man eine Impfpflicht will, muss man das beim Namen nennen."

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Uwe Meinhold, dpa/Jan Woitas

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