Experten-Prognose vor der Wahl: Macht Sachsen am Sonntag wirklich blau?

Dresden - Der Freistaat könnte am Wahl-Sonntag sein "blaues Wunder" erleben. Denn die AfD-Direktkandidaten haben laut Experten in den meisten Wahlkreisen die Nase vorn. Doch ihre Konkurrenten stecken alle Kraft in den Endspurt.

Experte Matthias Moehl (54) rechnet mit großen AfD-Erfolgen in Sachsen.
Experte Matthias Moehl (54) rechnet mit großen AfD-Erfolgen in Sachsen.  © Matthias Moehl

Laut dem Politik-Portal "election.de" sollen 9 der 16 Wahlkreise in Sachsen an die Direktkandidaten der AfD gehen.

Schwerpunkt Ostsachsen: In den Wahlkreisen Bautzen I, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Meißen und Dresden II rechnen die Experten mit einem Sieg für die Rechten.

Hinter den Prognosen von "election.de" steckt Experte Matthias Moehl (54) aus Hamburg.

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Er hat eine Erklärung für den Erfolg der AfD in Sachsen: "Das kommt nicht von der Stärke der AfD, sondern von der Schwächung der CDU."

Für die Prognosen stützen sich Moehl und sein Team auf aktuelle Umfragen, Bundestrends und frühere Ergebnisse.

Der Wahlkreis Dresden I etwa ist hart umkämpft. Die Prognosen sahen zunächst AfD-Kandidat Jens Maier (59) vorn. Jetzt rechnen sie mit einem Sieg des CDU-Bewerbers Markus Reichel (53). Doch auch Katja Kipping (43, Linke) kämpft um das Mandat.

Mit Unterstützung des Kampagnen-Netzwerks "Campact" ruft sie die Wähler dazu auf, ihr die Stimme zu schenken, um den Triumph von AfD-Mann Maier zu verhindern. "Schon Pegida hat Dresdens Image einen Makel beschert", sagt Kipping. "Ein AfD-Direktmandat würde dem Ruf Dresdens enorm schaden."

Prognosen sehen in mehreren Kreisen die AfD-Kandidaten vorn.
Prognosen sehen in mehreren Kreisen die AfD-Kandidaten vorn.  © stepmap.de
Der Wahlkreis Dresden I etwa ist hart umkämpft. Die Prognosen sahen zunächst AfD-Kandidat Jens Maier (59) vorn.
Der Wahlkreis Dresden I etwa ist hart umkämpft. Die Prognosen sahen zunächst AfD-Kandidat Jens Maier (59) vorn.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

AfD-Sieg in Sächsischer Schweiz fast sicher

Lässt sich von den Prognosen nicht einschüchtern: Klaus Brähmig (64, parteilos) will wieder für die Sächsische Schweiz in den Bundestag.
Lässt sich von den Prognosen nicht einschüchtern: Klaus Brähmig (64, parteilos) will wieder für die Sächsische Schweiz in den Bundestag.  © Steffen Füssel
Katja Kipping (43, Linke) kämpft in Dresden gegen ihren AfD-Konkurrenten Jens Maier (59).
Katja Kipping (43, Linke) kämpft in Dresden gegen ihren AfD-Konkurrenten Jens Maier (59).  © Eric Münch

CDU-Konkurrent Reichel hält dagegen: "Frau Kipping versucht, es zu einem Kampf zwischen sich und Herrn Maier zu stilisieren."

Dabei würden viele Dresdner weder linke noch rechte Politik wollen - und daher auf ihn setzen.

Eine echte AfD-Hochburg ist laut Prognosen die Sächsische Schweiz. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 Prozent soll AfD-Kandidat Steffen Janich (50) gewinnen.

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Dabei hat sein parteiloser Konkurrent Klaus Brähmig (64) den Wahlkreis schon viermal gewonnen, von 2002 bis 2017 saß er im Bundestag.

"Es gibt eine konservative Grundstimmung im Wahlkreis", sagt Brähmig.

Er selbst war früher in der CDU, doch die hat ihn enttäuscht: "In Sachsen hat die CDU gar keine klare Position mehr."

Deswegen will er nun als parteiloser Kandidat die AfD schlagen. Von Prognosen lässt er sich nicht unterkriegen: "Ich setze auf Sieg!"

Titelfoto: Montage: stepmap.de, Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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