Extremismus-Fälle in Sachsen: Corona sorgt für Rekord-Zahlen

Dresden - Wegen der Corona-Proteste ist die Zahl der Extremismus-Fälle in Sachsen einer Auswertung zufolge auf einem neuen Höchststand.

Aufgrund der zahlreichen Corona-Demos kommt es in Sachsen zu vermehrten Extremismus-Fällen.
Aufgrund der zahlreichen Corona-Demos kommt es in Sachsen zu vermehrten Extremismus-Fällen.  © dpa/B&S/Bernd März

Nie zuvor mussten die Ermittler so viele Fälle wie 2021 bearbeiten, berichtete die Leipziger Volkszeitung am heutigen Mittwoch mit Verweis auf Zahlen aus dem Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) beim Landeskriminalamt Sachsen. Demnach wurden im Vorjahr 1272 Fälle bearbeitet – mehr als doppelt so viele wie 2020. Damals gab es 615 Verfahren.

Mit 687 Beschuldigten wurden ebenfalls deutlich mehr Verdächtige ermittelt als in vorangegangenen Jahren. 2020 und 2019 waren es 400 beziehungsweise 351.

Zugleich stieg die Aufklärungsquote von 52 auf 57 Prozent.

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Fast die Hälfte der Fälle passe nicht in klassische Kategorien, hieß es in dem Bericht. Das PTAZ ermittelte 2021 insgesamt 529 entsprechende Extremismus-Verfahren, im Jahr 2020 waren es noch 194.

"Eine im Vergleich zu den Vorjahren wachsende Herausforderung stellt insbesondere der Phänomenbereich 'nicht zuzuordnen' dar", lautet die Einschätzung in einem Lagebericht des PTAZ.

Dies resultiere aus Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Die klassische Extremismus-Einstufung in Rechts, Links und Ausländische Ideologie greift in diesem Kontext also nicht mehr.

Titelfoto: dpa/B&S/Bernd März

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