Fake-Vorwurf! Sachsens Sparkassen sehen sich von Verbraucher-Zentrale verunglimpft

Leipzig/Dresden - Die Sparkassen sind ihr "Lieblingsfeind": Immer wieder zieht Sachsens Verbraucherzentrale (VZS) die Institute wegen deren Zinsberechnungen vor Gericht. Doch jetzt weht den Verbraucherschützern selbst Wind ins Gesicht. Ein schlimmer Fake-Vorwurf steht im Raum.

"Wir hatten das Produkt nie im Angebot" - Dresdens Sparkassen-Sprecher Andreas Rieger sieht sein Institut zu unrecht am VZS-Pranger.
"Wir hatten das Produkt nie im Angebot" - Dresdens Sparkassen-Sprecher Andreas Rieger sieht sein Institut zu unrecht am VZS-Pranger.  © Thomas Türpe

Anfang Mai hatte sich die VZS das nächste Sparkassen-Produkt vorgenommen. Diesmal ging es um den "Riester-Banksparplan S-VorsorgePlus". 

Man habe bei der Prüfung von Verträgen festgestellt, "... dass vielen Verbrauchern Zinsen zustehen, die die Sparkassen zu wenig gezahlt haben", teilte die VZS in einer Erklärung mit und bot Verbrauchern an, ihre Verträge zum Preis von 85 Euro zu überprüfen.

Sachsens Sparkässlern zog daraufhin die Zornesröte ins Gesicht. "Wir haben ein solches Produkt niemals angeboten", sagte etwa Andreas Rieger, Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. 

Auf TAG24-Nachfrage erklärten auch alle anderen sächsischen Sparkassen, den "Riester-Banksparplan S-VorsorgePlus" zu keiner Zeit in ihrem Angebot gehabt zu haben. 

In den Vorstandsetagen der Geldhäuser macht seither der Begriff "Beratungs-Fake" die Runde.

Falsche Vorwürfe, um 85 Euro Beratungsgebühr kassieren zu können? VZS-Finanzexpertin Andrea Heyer weist das zurück. "Es ist ja schön, wenn diesmal keine sächsischen Sparkassen betroffen sind, aber sächsische Verbraucher sind betroffen." 

VZS-Finanzexpertin Andrea Heyer bietet mit ihrem Team kostenpflichtige Überprüfung von Sparverträgen an.
VZS-Finanzexpertin Andrea Heyer bietet mit ihrem Team kostenpflichtige Überprüfung von Sparverträgen an.  © VZS

Die hätten die Verträge vor allem bei Sparkassen in Baden-Württemberg abgeschlossen und sich dann an die Verbraucherzentrale gewandt. 

Heyer: "Wir haben uns deshalb entschlossen, für betroffene Sachsen die Beratung anzubieten, damit sie sich nicht an die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wenden müssen."

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, VZS

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