Klein, aber oho: Gemeine Feldmaus lässt sächsische Bauern bangen

Dresden - Auch das noch! Nach Corona, Afrikanische Schweinepest, Dauerdürre, Borkenkäfer, Blaualgen, ... - die Liste ließe sich fortsetzen - droht nun das nächste Übel. Es ist zwar klein, entfaltet aber große Wirkung: Die Feldmaus frisst sächsische Äcker kahl. Die Bauern bangen um ihre Aussaat.

Hält den Höhepunkt der Mäuseplage für noch nicht erreicht: Andreas Jahnel (49), Ackerbau-Experte des Landesbauernverbands.
Hält den Höhepunkt der Mäuseplage für noch nicht erreicht: Andreas Jahnel (49), Ackerbau-Experte des Landesbauernverbands.  © Steffen Füssel

Getreide und Raps sind gerade ausgesät. Aber sie drohen nicht aufzugehen. Schuld ist die gemeine Feldmaus.

Mancherorts macht sich der kleine Nager in Scharen über die Körner und Jungpflanzen her. Ursache dafür ist die massenhafte Vermehrung der Tiere aufgrund der milden Winter und der Trockenheit.

Nach Angaben des Landesbauernverbandes ist das gerade in Gebieten an den Grenzen zu Thüringen und Sachsen-Anhalt ein Problem. 

"Die Schäden lassen sich noch nicht genau beziffern. Es ist aber davon auszugehen, dass teilweise bis zu 80 Prozent der Flächen betroffen sind", sagt Andreas Jahnel (49) vom Landesbauernverband.

Ja, ja, Bauern klagen immer. Aber: Wenn die Saat weggefressen wird, drohen im nächsten Jahr Ernteausfälle und höhere Preise in den Läden.

Und nicht nur die Bauern sind besorgt: Von den Feldmäusen geht auch nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie eine ernst zu nehmende Gefährdung für die bestehenden Kulturen und für die Neuansaaten aus. Gift, sogenannte Rodentizide, ist als Gegenmittel erlaubt, aber umstritten.

Kaum ausgebracht, schon vertilgt: Die Getreide- und Rapssaaten liegen noch nicht lange auf den Feldern, sind aber schon bedroht. Feldmäuse (r.) fressen nicht nur die Körner, sondern machen sich auch an den Jungpflanzen zu schaffen.
Kaum ausgebracht, schon vertilgt: Die Getreide- und Rapssaaten liegen noch nicht lange auf den Feldern, sind aber schon bedroht. Feldmäuse (r.) fressen nicht nur die Körner, sondern machen sich auch an den Jungpflanzen zu schaffen.  © Bildmontage/dpa/Jan Woitas/Peter Steffen

Naturschutzbund befürchtet negative Folgen beim Gifteinsatz

Beim Naturschutzbund Leipzig (NABU) befürchtet man negative Folgen für andere Tiere. Feldhamster könnten sterben, aber auch Greifvögel, wenn sie vergiftete Mäuse fressen, sagt Mitarbeiter Ralf Mäkert. "Letztlich hilft sich die Natur selbst." So gebe es dieses Jahr nicht nur viele Mäuse, sondern auch überdurchschnittlich viele Jungtiere etwa bei Turmfalken und Schleiereulen.

Ob das Gift wirkt, wird sich voraussichtlich erst im Frühjahr zeigen. "Der Höhepunkt ist garantiert noch nicht erreicht", so Andreas Jahnel. "Das Problem wird sich eher noch verschärfen."

Titelfoto: Bildmontage/dpa/Jan Woitas/Peter Steffen

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