Sachsens Feuerwehren schlagen Alarm: Uns geht das Löschwasser aus!

Freiberg - Der Klimawandel schlägt erbarmungslos zu - und schickt Sachsen schon den dritten Dürre-Sommer in Folge. Jetzt schlagen die Feuerwehren Alarm, denn ihnen geht das Löschwasser aus. Allerorten trocknen Bäche aus.

Gunnar Ullmann (44) vom Kreisfeuerwehrverband Erzgebirge zeigt auf den leeren Trübebach in Grünhainichen.
Gunnar Ullmann (44) vom Kreisfeuerwehrverband Erzgebirge zeigt auf den leeren Trübebach in Grünhainichen.  © Uwe Meinhold

Dramatisch zeigte sich das Problem am Dienstag beim Großbrand eines Wohnhauses in Bobritzsch bei Freiberg (TAG24 berichtete). Der Dorfbach führt viel zu wenig Wasser, die Feuerwehren waren auf die Hilfe von Landwirten mit ihren Tankwagen angewiesen.

Tino Weist (35) von der Feuerwehr Niederbobritzsch traute seinen Augen nicht: "Mit unseren Pumpen saugten wir die Bobritzsch fast leer. So etwas habe ich noch nicht erlebt." Ohne Bauern-Hilfe sähe es für ländliche Feuerwehren dünn aus: "Unter Wasserknappheit leidet die Sicherheit. Kommunen und Land müssen Vorsorge treffen."

In Grünhainichen hat die Gemeinde reagiert und große Löschwasser-Zisternen gebaut. Schwieriger ist die Lage in Drebach oder Börnichen: "Der Dorfbach ist im Sommer fast ausgetrocknet", weiß Gunnar Ullmann (44), Chef des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge. Er fordert ein Umdenken, "sonst hat die Feuerwehr im ungünstigsten Fall kein Wasser".

Der Grundbach im Drebacher Ortsteil Grießbach ist längst so trocken, dass die Feuerwehr das Wasser erst aufstauen muss. Wehrleiter Uwe Müssig (60): "Der Klimawandel wird nicht aufhören. Darum wird unsere Arbeit immer schwieriger."

Schon 2018 sagte Steffen Sörgel (54), Feuerwehrchef von Mühlhausen/V.: "Wir beten für Regen." Bisher mit wenig Erfolg.

Ebbe für die Feuerwehr ist auch im Hahnbach in Börnichen.
Ebbe für die Feuerwehr ist auch im Hahnbach in Börnichen.  © Uwe Meinhold
In Oberbobritzsch brannte am Dienstag ein Wohnhaus ab. Die Löschwasserversorgung für die Feuerwehren war sehr schwierig.
In Oberbobritzsch brannte am Dienstag ein Wohnhaus ab. Die Löschwasserversorgung für die Feuerwehren war sehr schwierig.  © Marcel Schlenkrich

Kommentar: Jeder Einzelne ist gefragt

Redakteur Bernd Rippert.
Redakteur Bernd Rippert.  © Sven Gleisberg

Der Klimawandel hat viele Folgen. Eine davon: Das Wasser wird immer knapper. Das spüren Feuerwehren im Einsatz hautnah - wenn sie löschen wollen und der nahe Dorfbach trocken ist, haben die Helfer ein Problem.

Hier ist ein Umdenken auf vielen Ebenen nötig. Vor Ort sollten Städte und Gemeinden Löschwasservorräte anlegen, damit die Feuerwehrschläuche niemals trocken bleiben. Natürlich muss der Freistaat den Kommunen helfen.

Gefordert ist die Politik, um den Klimawandel aufzuhalten. Es darf nicht mehr um Zehntelgrad gehen, die sich das Weltklima erwärmen darf. Wir müssen den CO2-Hahn ganz zudrehen. Darum Schluss mit dem Abwürgen von Windrädern und Solarindustrie. Braunkohle gehört schnell abgeschaltet. Ebenso die klimaschädliche Holzverbrennung - die in Chemnitz noch geplant wird.

Womit ich bei uns, den Bürgern wäre. Wir müssen aufhören, uns zu streiten, ob der Klimawandel menschengemacht oder vom Himmel geschickt wurde. Er ist da und erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit, bevor "die Hütte" im übertragenen und im wörtlichen Sinn brennt. Das Ändern fängt bei jedem Einzelnen an.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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