Forscher: Modellprojekt in Augustusburg kein Pandemie-Treiber

Augustusburg/Mainz - Das Corona-Modellprojekt der Stadt Augustusburg im Landkreis Mittelsachsen war nach Einschätzung der begleitenden Wissenschaftler kein Pandemie-Treiber.

In Augustusburg hatten kurz vor Ostern am 1. April Hotels und Gaststätten für Besucher geöffnet. Bürgermeister Dirk Neubauer (50, SPD) genoss an Ostern erst einmal einen Kaffee. (Archivbild)
In Augustusburg hatten kurz vor Ostern am 1. April Hotels und Gaststätten für Besucher geöffnet. Bürgermeister Dirk Neubauer (50, SPD) genoss an Ostern erst einmal einen Kaffee. (Archivbild)  © Ralph Kunz

"Der Modellversuch hatte keine oder kaum Effekte auf die Inzidenzzahlen und es gab deshalb keinen wissenschaftlichen Grund für die vorzeitige Beendigung des Projekts", sagte Professor Klaus Wälde von der Universität Mainz am Mittwoch.

In Augustusburg hatten kurz vor Ostern am 1. April Hotels und Gaststätten für Besucher geöffnet. Das Vorhaben wurde wissenschaftlich begleitet und sollte zeigen, wie Öffnungen unter Pandemie-Bedingungen möglich sind.

Voraussetzung für den Zutritt ins Lokal war ein tagesaktueller negativer Corona-Test. Nach gut drei Wochen musste das Projekt allerdings wegen neuer Regelungen im Infektionsschutzgesetz beendet werden.

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Die Mainzer Forscher verglichen das Infektionsgeschehen der Stadt Augustusburg mit einer synthetischen Vergleichsregion über einen längeren Zeitraum.

"Setzt man die beiden Verläufe der Inzidenzzahlen zusammen, sind die Unterschiede so gut wie nicht existent", erläuterte Wälde. Auch bei der Zahl der täglich erfassten infizierten Personen gebe es keine signifikanten Abweichungen.

Dem Professor zufolge ist ein Neustart für das Modellprojekt geplant, für das jedoch die Zustimmung der Fachkommission der Landesregierung nötig sei. Zudem müsse der Landesdatenschutzbeauftragte zustimmen und die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, unter 100 liegen.

Titelfoto: Ralph Kunz

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