Frauen mit illegalen Böllern verletzt: 21-Jähriger vor Gericht

Bautzen -  Von wegen gesundes, neues Jahr! Drei Frauen wurden in der Silvesternacht auf der Friedensbrücke von Bautzen böse von einem illegalen Böller verletzt. Den soll Tom K. (21) gezündet haben. Im Prozess beruft er sich auf "retrograde Amnesie".

Laura R. und Sarah B. (beide 22) erlitten schwere Verletzungen durch einen unkontrollierten Böller.Von der Friedensbrücke wollten viele Bautzner das neue Jahr begrüßen. Doch dann explodierte ein illegaler Böller.
Laura R. und Sarah B. (beide 22) erlitten schwere Verletzungen durch einen unkontrollierten Böller.Von der Friedensbrücke wollten viele Bautzner das neue Jahr begrüßen. Doch dann explodierte ein illegaler Böller.  © Peter Schulze

Die Menschen auf der Brücke wollten zum Jahreswechsel das Feuerwerk an der Wasserkunst verfolgen, hatten sich gerade für 2019 beglückwünscht. Sekunden später ein Knall. 

Dann gellende Schmerzensschreie.

Laut Anklage hatte Tom K. einen selbstgebauten oder illegalen Böller auf der vollen Brücke gezündet. 

"Der Knall war laut wie eine Bombe", erinnert sich Vanessa F. (23). 

Ein herumfliegendes Teil durchschlug ihre dicke Jacke, traf die Frau am Oberarm. 

"Der Fleck auf der Haut bis heute zu sehen und seither schlafen mir mein Arm und meine Hand immer wieder ein", berichtet sie.

Auch die Freundinnen Sarah und Laura (beide 22) wurden von dem Sprengsatz getroffen: Oberhalb des Knies wurde bei Sarah Gewebe so tief zerfetzt, dass sie operiert werden musste. 

"Silvester bleibe ich seither daheim", so die Großhandelskauffrau. Bäckerin Laura erlitt schwerste Verbrennungen an beiden Oberschenkeln. "Es fühlte sich an wie eine Feuerwelle."

Tom K. (21) soll sich laut Zeugen nach dem Vorfall gefreut haben.
Tom K. (21) soll sich laut Zeugen nach dem Vorfall gefreut haben.  © Peter Schulze

Angeklagter hatte wohl keinen Filmriss

Von der Friedensbrücke wollten viele Bautzner das neue Jahr begrüßen. Doch dann explodierte ein illegaler Böller.
Von der Friedensbrücke wollten viele Bautzner das neue Jahr begrüßen. Doch dann explodierte ein illegaler Böller.  © Peter Schulze

Tom K. ließ über seinen Anwalt anfangs ausrichten, er habe von Silvesterabend bis zum Neujahr, 14 Uhr, einen Filmriss, weil er zu viel getrunken hätte. 

Die Richterin konterte: "Sie haben kurz nach dem Vorfall 0,5 Promille gehabt. Das erklärt doch keinen Filmriss!" Später ließ er wissen, er habe nur legale Knaller verschossen und vermutlich später soviel getrunken, dass er sich an nichts erinnert. Er hätte eine retrograde Amnesie.

Auf die Frage, warum er sich noch am Rettungswagen bei einem Opfer entschuldigte, sagte er: "Weil mir ihr Begleiter Prügel androhte." Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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