Wenn der Freistaat nur Müll erbt: Sachsen wird oft Ruinen und Schulden vermacht!

Dresden - Vermüllte Wohnungen, alte Autos, Ruinen: Der Freistaat Sachsen macht jährlich gut tausend Erbschaften. Lukrativ sind sie nur selten.

Das lukrative Testament ist die Ausnahme: Der Freistaat erbt Jahr für Jahr vermüllte Wohnungen, Ruinen oder wertlosen Krempel. (Symbolbild)
Das lukrative Testament ist die Ausnahme: Der Freistaat erbt Jahr für Jahr vermüllte Wohnungen, Ruinen oder wertlosen Krempel. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Per Gesetz fallen vielmehr überschuldete Nachlässe an, die gerade mal für die Gläubigerforderungen ausreichen.

"Wir sind bemüht, innerhalb der Nachlassabwicklungen die 'schwarze Null' zu halten", sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Zentrales Flächenmanagement (ZFM) im Staatsbetrieb, Martin Oberacher (55).

Meist handele es sich um Schulden auf Häusern und Konten sowie wertlosen Kram. "Dieser Trend setzt sich fort."

2020 nahm der Freistaat knapp 4,8 Millionen Euro aus den Erbschaften ein und wandte für die Nachlassabwicklung gut vier Millionen Euro auf.

Unterhaltspflichten an Liegenschaften sowie Personal- und Sachkosten schmälern den "Gewinn" - oder zehren ihn zuweilen auf.

Erben können sich binnen 30 Jahren für den Nachlass melden!

Ist kein Erbe bestimmt, fallen die Nachlässe in Sachsen, wie Lokomotiven aus einer Sammlung, an das Land. (Symbolbild)
Ist kein Erbe bestimmt, fallen die Nachlässe in Sachsen, wie Lokomotiven aus einer Sammlung, an das Land. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Staat übernimmt per Gesetz alles vom Hausrat bis zu Gebäuden, von denen nur ein Bruchteil tatsächlich Geld bringt.

Selten stoßen die Finanzbeamten auch auf "Schätzchen" wie eine Wohnung mit historischen Uniformen, Schützenkrügen, Säbeln und anderen Waffen wie Steinschlosspistolen sowie Sammelbänden über Münzen und Taschenuhren.

Melden sich binnen 30 Jahren nach dem Tod des Erblassers doch noch Erben, ist der Staat den Erlös wieder los.

Vor allem bei Nachlässen von Wert sei das Risiko dafür hoch, sagt Oberacher. In diesem Jahr mussten so bisher gut 612.000 Euro ausgezahlt werden.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0