Früher Kohleausstieg Sachsens: Naturschützer fahren MP Kretschmer in die Parade

Dresden - Vorgezogener Kohleausstieg ja oder nein? Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU) ist ganz klar dagegen. Nun fährt ihm der BUND (Umwelt und Naturschutz) Sachsen in die Parade.

Fürchtet um Arbeitsplätze, wenn Deutschland früher als 2038 aus der Braunkohleverstromung aussteigt: Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU).
Fürchtet um Arbeitsplätze, wenn Deutschland früher als 2038 aus der Braunkohleverstromung aussteigt: Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU).  © dpa/Sebastian Kahnert

"Ein Ausstieg bis 2030 ist sozialverträglich und wirtschaftlich möglich, aber man muss ihn schon wollen", sagt BUND-Chef Felix Ekardt (49).

Laut Studien für das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium würden die erneuerbaren Energien mehr Wertschöpfung als die Kohle für die Lausitz liefern, so Ekardt.

Bisher gilt als fix, dass die Braunkohleverstromung in Deutschland 2038 ausläuft. Ein vorgezogener Ausstieg erhielt zuletzt durch die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene neuen Auftrieb.

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Entschiedener Gegner solcher Pläne ist Sachsens MP Kretschmer. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" hatte er frühere Forderungen am Sonntag noch einmal bekräftigt.

"Statt auf EU- und Bundesebene einen baldigen Kohleausstieg auszubremsen, sollte Sachsen dort lieber aufs Tempo drücken bei der Energiewende", so Ekardt weiter.

Der Umweltverband BUND Sachsen befürwortet das frühere Kohle-Aus. Dann wären die riesigen Kohlebagger allenfalls noch technische Denkmale.
Der Umweltverband BUND Sachsen befürwortet das frühere Kohle-Aus. Dann wären die riesigen Kohlebagger allenfalls noch technische Denkmale.  © Steffen Unger
BUND-Chef Felix Ekardt (49)
BUND-Chef Felix Ekardt (49)  © Girlsclub Deutschland 2014/Alexandra Granberg

Eine Watsche für die sächsische Staatsregierung. Aktuell herrscht zwischen Regionalminister Thomas Schmidt (60, CDU) und Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne) Uneinigkeit über den Bau von Windkraftanlagen.

Titelfoto: Steffen Unger, dpa/Sebastian Kahnert

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