"Die Beschäftigten sind sauer": Dritte Verhandlungs-Runde im Einzelhandel gescheitert

Leipzig - Für die rund 280.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beginnt am Mittwoch (11 Uhr) in Leipzig die dritte Verhandlungsrunde.

Am Mittwoch beginnt die dritte Verhandlungsrunde für den Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland. (Symbolbild)
Am Mittwoch beginnt die dritte Verhandlungsrunde für den Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland. (Symbolbild)  © Paul Zinken/dpa

Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Zudem fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Juni einen Dreijahresabschluss angeboten und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten 2 Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr 2 Prozent.

Für Unternehmen, die von der Pandemie betroffen waren, sollen die Erhöhungen je zehn Monate beziehungsweise sechs Monate später gezahlt werden.

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Seit Beginn der Tarifverhandlungen am 1. Juni hatte Verdi immer wieder in allen drei Ländern zu Warnstreiks aufgerufen und somit den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

UPDATE, 15.40 Uhr: Dritte Verhandlungsrunde gescheitert

Jörg Lauenroth-Mago (l), Verdi-Verhandlungsführer, und Thomas Jäkel, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, kamen zu keiner Einigung.
Jörg Lauenroth-Mago (l), Verdi-Verhandlungsführer, und Thomas Jäkel, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, kamen zu keiner Einigung.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Auch in der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch gab es laut Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago keine Einigung: "Die angebotenen 2 Prozent für dieses Jahr liegen deutlich unter der Inflationsrate. Wir hätten ein neues, deutlich verbessertes Angebot erwartet. Auch die Differenzierung zwischen 'gut und schlecht durch die Corona-Krise gekommenen Unternehmen' lehnen wir ab. Es darf keine Zweiklassen-Gesellschaft bei den Beschäftigten geben".

Die kommenden Wochen bis zum nächsten Verhandlungstermin wolle man nicht abwarten, stattdessen wurde zu weiteren Streiks aufgerufen. "Die Beschäftigten sind sauer und streikbereit. Applaus allein reicht nicht", so der Verhandlungsführer.

"Beide Seiten stehen vor der Herausforderung, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Daran werden wir am 13. September weiterarbeiten", sagte Knut Bernsen, Landesgeschäftsführer des Handelsverbandes Thüringen.

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Die Verhandlungen werden am 13. September in Leipzig fortgesetzt.

UPDATE, 13.20 Uhr: Abschluss nicht in Sicht

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago am Mittwoch während der dritten Verhandlungsrunde.
Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago am Mittwoch während der dritten Verhandlungsrunde.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Zum Start der dritten Verhandlungsrunde im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist ein Ende des Tarifstreits nicht in Sicht.

"Ich rechne nicht mit einem Abschluss. Dafür sind wir in den einzelnen Themenkomplexen noch zu weit voneinander entfernt", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago am Mittwoch in Leipzig.

Er hoffe, dass gemeinsam mit den Arbeitgebervertretern nun Lösungsfantasien entwickelt würden.

Die Arbeitgeberseite wollte sich vor der dritten Verhandlungsrunde nicht äußern.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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