Ganz Sachsen einen Tag lang im Bann des Sturmtiefs gefangen: War's das jetzt?

Dresden/Chemnitz - Tief "Hendrik", der Nachfolger von "Ignatz", hatte Sachsen am gestrigen Donnerstag mit Orkanböen und Regen fest im Griff.

Auf dem Heidefriedhof wurde auf die Gefahr des Sturms hingewiesen.
Auf dem Heidefriedhof wurde auf die Gefahr des Sturms hingewiesen.  © Steffen Füssel

Entwurzelte Bäume und herumfliegende Teile sorgten für Straßenchaos und legten den Zugverkehr lahm. Feuerwehr und Rettungskräfte waren im Dauereinsatz.

Beliebte Ausflugsziele wie Tierparks und die Festung Königstein wurden geschlossen, auf dem Fichtelberg Spitzenwindgeschwindigkeiten erreicht.

Bei Orkanböen von mehr als 130 km/h (Windstärke 12) ging auf Sachsens höchstem Berg nichts mehr. "Wir müssen den Fahrbetrieb ab 60 km/h gegen die Seilachse einstellen", sagte eine Mitarbeiterin.

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Andernorts wurden ebenfalls dreistellige Windgeschwindigkeiten erreicht. Am Weißen Hirsch in Dresden wurden kurzzeitig 135 km/h gemessen.

Feuerwehren und Rettungskräfte hatten kaum stille Minuten. In Dresden rückten Kameraden 160 Mal wegen Sturmschäden aus, in Chemnitz mehr als 140 Mal. Spitzenreiter war Leipzig mit 291 Einsätzen.

"Berufsfeuerwehr und alle Freiwilligen Feuerwehren waren gleichzeitig im Einsatz", sagte eine Sprecherin der Stadt Chemnitz.

Laster und Bäume kippten auf Straßen, DVB mussten fast alles stoppen

Die Straßenbahnen mussten in Dresden den Betrieb einstellen.
Die Straßenbahnen mussten in Dresden den Betrieb einstellen.  © Steffen Füssel

Umgeknickte Bäume sorgten für kaputte Dächer und Autos. Auf der A72 zwischen Zwickau-Ost und Hartenstein kippte ein mit Styropor beladener Laster um.

Selbiges Problem auf den Autobahnen 14 und 17: Blieb der Fahrer des umgewehten MAN zwischen Nossen und Döbeln unverletzt, zog sich der Trucker (72) eines Iveco bei Kauscha leichte Verletzungen zu.

Glimpflich kamen auch die vier Insassen eines Skoda Yetis in der Talstraße in Zwiesel davon. Während der Fahrt wehte der Sturm eine Birke um, die direkt auf die Frontscheibe krachte. Doch alle vier Personen kamen mit leichten Verletzungen davon.

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In den Regionen um Meißen, Riesa, Radeburg und Zwickau wurden Stromausfälle gemeldet. Die Deutsche Bahn stellte den Regionalverkehr in Sachsen komplett ein.

Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben wurde der Straßenbahn-Verkehr gestoppt, ebenso wie die Dresdner Schwebebahn.

Dieser Skoda wurde während der Fahrt von einer Birke getroffen.
Dieser Skoda wurde während der Fahrt von einer Birke getroffen.  © Marko Förster
Zugausfälle führten zu Schlangen am Hauptbahnhof.
Zugausfälle führten zu Schlangen am Hauptbahnhof.  © Steffen Füssel
In der Stadt gingen einige Autos zu Bruch.
In der Stadt gingen einige Autos zu Bruch.  © xcitepress
Die Dresdner Feuerwehr hatte in allen Ecken der Stadt zu kämpfen.
Die Dresdner Feuerwehr hatte in allen Ecken der Stadt zu kämpfen.  © Steffen Füssel
Eine Windböe erfasste diesen Laster auf der Autobahn 17.
Eine Windböe erfasste diesen Laster auf der Autobahn 17.  © Marko Förster

Was kommt am Freitag und Samstag?

In Leipzig krachte ein Baum in ein Wohnhaus.
In Leipzig krachte ein Baum in ein Wohnhaus.  © Tobias Junghanß

Auch die Elbfähren mussten bis zum späten Nachmittag den Betrieb einstellen. Das Dampfschiff "August der Starke" musste mit 86 Passagieren einen Zwangsstopp am Blauen Wunder einlegen.

Bei den Zügen pausierten die Länderbahn im Vogtland und in Ostsachsen. Auf vielen anderen Linien gab es Fahrtausfälle und Verspätungen.

Viele Städte mussten wegen der Gefahr herunterfallender Äste und umherfliegender Gegenstände reagieren.

Die Stadt Chemnitz hielt Tierpark, Wildgatter, Wochenmärkte und die Schloßteichinsel geschlossen, in Dresden blieb der Pillnitzer Schlosspark gesperrt.

Auch am heutigen Freitag kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nochmal stürmisch werden. Am Samstag soll sich die Unwetterlage entspannen. "Am Sonntag erwarten wir dann allgemein friedliches Herbstwetter", so ein Sprecher.

Titelfoto: Montage: Marko Förster, Steffen Füssel

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