Gefahr durch Cyber-Erpresser: So will man sich in Sachsen vor Hackern schützen

Dresden/Chemnitz - Sie können keine Sozialhilfe auszahlen, kein Bafög, keine Gehälter: Mehrere Server der Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld wurden jüngst durch einen Cyberangriff lahmgelegt. Sie waren mit sogenannter Ransomware (ransom: engl. Lösegeld) infiziert worden, die alle Daten verschlüsselt. Der Landrat hat den Katastrophenfall ausgerufen. Könnte so etwas auch Sachsens Landkreisen und Kommunen passieren?

Bei der Cyberattacke auf das Netzwerk der Landkreis-Verwaltung sind mehrere IT-Server mit Schadsoftware infiziert worden.
Bei der Cyberattacke auf das Netzwerk der Landkreis-Verwaltung sind mehrere IT-Server mit Schadsoftware infiziert worden.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

"Seit 1. Januar 2021 wurden 73 Anzeigen im Zusammenhang mit Ransomware registriert", teilt das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) mit.

Nach Aussagen der Polizei sind in der Regel Firmen betroffen. Die Kriminellen kalkulieren damit, dass Unternehmen eher bereit sind, höhere Lösegeldsummen zu zahlen als Privatpersonen. Die angezeigten Fälle stellen allerdings nur die Spitze eines "Eisberges" dar.

Das LKA schätzt die Dunkelziffer bei Ransomware-Angriffen auf Firmen "als sehr hoch ein". Viele Unternehmen zeigen derartige Angriffe aber nicht an - zum Beispiel aus Angst vor Reputationsverlust.

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Sie versuchen die Probleme im Alleingang zu lösen, zahlen an ihre Erpresser oder engagieren IT-Dienstleister, um mit Back-ups wieder arbeitsfähig zu werden.

"Mittlerweile ist jedes Unternehmen ein potenzielles Opfer, egal wie groß es ist", so das LKA.

Hacker haben das Computersystem des Landkreises Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt. Lösegeld will der Landrat Andy Grabner (46, CDU) trotzdem nicht zahlen. Im Moment ist noch völlig unklar, "welche Daten herausgezogen worden sind", so Grabner.
Hacker haben das Computersystem des Landkreises Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt. Lösegeld will der Landrat Andy Grabner (46, CDU) trotzdem nicht zahlen. Im Moment ist noch völlig unklar, "welche Daten herausgezogen worden sind", so Grabner.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Täglich Cyberangriffe auf das kommunale Datennetz in Sachsen

Die Zahl der Hacker-Angriffe im Zusammenhang mit Ransomware steigt stetig an. (Symbolbild)
Die Zahl der Hacker-Angriffe im Zusammenhang mit Ransomware steigt stetig an. (Symbolbild)  © dolgachov/123RF

"Man kann das Risiko nur bestmöglich minimieren. Zur Wahrheit gehört, dass keiner davor gefeit ist, Opfer so eines Angriffes zu werden", sagt Jan Lieder, der IT-Sicherheitsbeauftragte der Firma KDN - Kommunale DatenNetz GmbH.

Das Unternehmen betreibt und verwaltet das Kommunale Datennetz KDN III in Sachsen, mit dem Landkreise, kreisfreie Städte, Kommunen und kommunale Einrichtungen arbeiten und verbunden sind.

Jan Lieder sieht das Datennetz KDN III täglich Cyberangriffen ausgesetzt. Fast alle konnten bisher aber am zentralen Netzeingang abgewehrt oder durch separate Schutzmaßnahmen unschädlich gemacht werden.

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Lieder: "Durch ein geeignetes IT-Sicherheits- und ein Datensicherungskonzept kann das Risiko bei den Kommunen weiter reduziert werden."

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa und dolgachov/123rf

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