Sohn zweigt sich Blanko-Krankschreibungen ab und verhökert sie an Klassenkameraden

Pirna - Diese Zettel waren wohl einfach zu verlockend: Bei Robert H. (22) zu Hause lag ein Stapel voller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Da griff er viermal zu, nicht um selbst blauzumachen, sondern um sie zu verkaufen. Doch die Sache flog auf, am Freitag musste er deshalb vor das Pirnaer Amtsgericht.

Robert H. (22) half einem Schulkameraden beim Schuleschwänzen.
Robert H. (22) half einem Schulkameraden beim Schuleschwänzen.  © Steffen Füssel

Vierfache Urkundenfälschung warf der Staatsanwalt dem jungen Dohnaer vor: Seine Mutter arbeitete im Uniklinikum, hatte deshalb mehrere Blanko-Krankschreibungen daheim. 

Viermal zweigte sich hier Robert einen der begehrten Zettel ab, verkaufte ihn für jeweils fünf Euro an einen Klassenkameraden: "Es stimmt, dass ich diese Vordrucke genutzt habe", gibt er unumwunden zu.

"Aber ich habe keine Unterschrift darauf gemacht, ob die abgestempelt waren, weiß ich heute nicht mehr." Sein Glück vor Gericht war wohl auch, dass er nicht die amtlichen "gelben Zettel" klaute, sondern einfache Vordrucke, wie sie eigentlich jeder im Internet frei kaufen kann.

Da der junge Mann bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, stellte das Gericht das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. 

Damit er trotzdem etwas aus der Sache lernt, muss er 100 Euro an das Diakonische Werk in Pirna zahlen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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