Gesichts-Blitzer macht echt scharfe Fotos: Neueste Technik für die Jagd nach Kriminellen

Görlitz - Der "Gesichts-Blitzer" kommt! Sechs Säulen vom "Personen-Identifikations-System" (Peris) stehen im Raum Görlitz auf der Straße, schießen gestochen scharfe Bilder von mutmaßlichen Kriminellen. Neuerdings kommt die Technik auch versteckt und mobil zum Einsatz.

Dieser Serien-Raddieb kennt die Kamera an der Görlitzer Altstadtbrücke bereits und zeigt ihr den Stinkefinger. Am Donnerstag wurde er erneut festgenommen.
Dieser Serien-Raddieb kennt die Kamera an der Görlitzer Altstadtbrücke bereits und zeigt ihr den Stinkefinger. Am Donnerstag wurde er erneut festgenommen.  © Polizei

Seit Mitte März steht die datenschutzrechtliche Voraussetzung dafür, dass Peris die Fotos automatisch mit bekannten Straftätern vergleichen darf.

Die Erlaubnis war umstritten, doch nun darf die Polizei den Gesichtsabgleich durchführen. Fähig dazu war Peris schon vorher.

"Das ist ein extrem datensparsames System", erklärt Soko-Argus-Chef Martin Reiner (52). "Wir löschen den Gesamtdatenbestand immer nach´ 96 Stunden." Nur im Verdachtsfall werden die Daten gespeichert.

Neu ist der mobile Einsatz: "Zehn bis zwölf Stunden kann das System aktiv sein", so Reiner. "Es funktioniert über einen Laserimpuls - kein Blitz. Der Fahrer sieht nur ein rötliches Flimmern, wenn er auf den Laserkopf schaut."

Das Ergebnis sind gestochen scharfe Bilder, auch bei Dunkelheit durch die Windschutzscheibe. Das ermöglicht den Abgleich mit Bildern aus Strafakten, sogenanntes Blacklisting.

"Aktiv sind wir damit noch nicht im Einsatz. Wenn alles gutgeht, sind wir in sechs bis acht Wochen so weit."

Im Inneren des mobilen Peris-Wagens können die Ermittler gleich mit der Bearbeitung beginnen.
Im Inneren des mobilen Peris-Wagens können die Ermittler gleich mit der Bearbeitung beginnen.  © Thomas Türpe
Soko Argus-Chef Martin Reiner (52) präsentierte am Donnerstag die mobile Überwachungseinheit.
Soko Argus-Chef Martin Reiner (52) präsentierte am Donnerstag die mobile Überwachungseinheit.  © Thomas Türpe
Peris schießt so scharfe Bilder, dass die Typennummer eines gestohlenen Schweißgeräts auf der Rückbank eines Autos erkennbar war.
Peris schießt so scharfe Bilder, dass die Typennummer eines gestohlenen Schweißgeräts auf der Rückbank eines Autos erkennbar war.  © Polizei

So erfolgreich arbeitet die Soko Argus

Bevor die Pandemie das Land lahmlegte, wollte die Polizei Grenzkriminellen ihr Handwerk erschweren, schuf die Soko Argus (60 Beamte). Die geht nun mit moderner Technik gegen Diebe und Einbrecher vor.

Die Soko funktioniert wie eine eigene kleine Polizei: Auswärter, Fahnder und Ermittler sind hier mit moderner Technik Dieben im Grenzgebiet auf der Spur. 332 Fälle hatten sie 2020 auf dem Tisch, 61,7 Prozent davon konnten sie aufklären. Allein bei den Büroeinbrüchen waren es 81,5 Prozent. Deutlich höher als die Aufklärungsquote der "normalen" Polizei in solchen Fällen.

Innenminister Roland Wöller (50, CDU): "Die Soko ist ein wichtiges und wirkungsvolles Instrument für eine erfolgreiche Bekämpfung der Kriminalität gerade in der Grenzregion."

Weil in Zittau der Autoklau um 76 Prozent stieg und Firmeneinbrüche um 40 Prozent, will die Soko auch dort aktiver werden und die moderne Kameratechnik aufbauen. "Wir bräuchten mindestens sechs Säulen, dazu mobile Systeme. Für grenzüberschreitende Wanderwege", so Oberbürgermeister Thomas Zenker (45).

Titelfoto: Thomas Türpe

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