Gottesdienste "light": So halten es die Religionen in Dresden

Dresden - Beten ist wieder erlaubt - jedoch nur in kleiner Runde. Der Freistaat ließ seit Wochenanfang Gottesdienste mit maximal 15 Menschen zu. Doch nicht jede Gemeinde öffnete ihre Pforten.

Freitagsgebet mit Mundschutz: Die Moschee im "Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum" hat nur eingeschränkt geöffnet, so Imam Saad Elgazar.
Freitagsgebet mit Mundschutz: Die Moschee im "Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum" hat nur eingeschränkt geöffnet, so Imam Saad Elgazar.  © Ove Landgraf

"Im Judentum sind wir dazu verpflichtet, gesund zu bleiben", erläutert Akiva Weingarten, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde. 

Deshalb und weil es viele Corona-Fälle in der Gemeinde gegeben hatte, habe man sich entschieden, mit der Durchführung von Gottesdiensten noch zu warten.

Die Moschee des "Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrums" (MKEZ) hat eingeschränkt geöffnet. Nur einzelne Betende finden momentan Einlass. 

"Normalerweise wurde unsere Moschee in der Marschnerstraße zum Freitagsgebet von 1200 Gläubigen besucht, aufgeteilt auf drei Freitagsgebete. Auch das spezielle Nachtgebet im Ramadan oder ein gemeinsames Fastenbrechen ist derzeit nicht vernünftig umsetzbar", so Imam und MKEZ-Vorstand Saad Elgazar. Der Fastenmonat begann am Freitag und endet festlich am 24. Mai.

"Wir führen zwar wieder Gottesdienste unter den Auflagen durch, bleiben aber beim Streaming unserer Sonntagsgottesdienste - in jede Kirche würden ansonsten bis zu 400 Menschen kommen", sagt Carola Gans, Gemeindereferentin der Verantwortungsgemeinschaft der drei katholischen Kirchen im Dresdner Südosten, die auch Desinfektionsspender für Besucher bieten.

Rabbi Akiva Weingarten streamt seine Gottesdienste noch. Die jüdische Gemeinde wurde heftig von Covid-19 erwischt.
Rabbi Akiva Weingarten streamt seine Gottesdienste noch. Die jüdische Gemeinde wurde heftig von Covid-19 erwischt.  © Jüdische Gemeinde Dresden
Mit Sicherheitsabstand und in kleiner Runde: Die Abendgebete der drei katholischen Kirchen im Südosten (hier in Zschachwitz) finden unter den Auflagen des Freistaats statt.
Mit Sicherheitsabstand und in kleiner Runde: Die Abendgebete der drei katholischen Kirchen im Südosten (hier in Zschachwitz) finden unter den Auflagen des Freistaats statt.  © Norbert Neumann

Die evangelische Landeskirche zieht ebenfalls nach. "Der Freistaat setzt auf die Eigenverantwortung der Kirchgemeinden, jedes Ansteckungsrisiko strikt zu vermeiden. Dazu hat das Landeskirchenamt ein Hygiene-Schutzkonzept herausgegeben", so Sprecher Matthias Oelke (60). In Dresden gibt es 77.300 evangelische Christen. 

Titelfoto: Norbert Neumann/Ove Landgraf

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