"Sehr betroffen": OBM Berger äußert sich nach Höcke-Auftritt in Grimma

Grimma - Nach dem Auftritt von Björn Höcke (47, AfD) am 9. August äußert sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (51, parteilos) zu Anschuldigungen und Protest.

Matthias Berger (51, parteilos) äußert sich nach der Veranstaltung am vergangenen Freitag.
Matthias Berger (51, parteilos) äußert sich nach der Veranstaltung am vergangenen Freitag.  © DPA

Am vergangenen Freitag war Bewegung im sächsischen Grimma, als Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke im Rathaus eine Veranstaltung abhielt. Mehrere Gegenproteste bildeten sich im Vorfeld zur Veranstaltung, die Kritik an der Stadt, die den AfD-Mann gewähren ließ, groß.

Oberbürgermeister Berger sagte im Nachgang: "Ich bin da eigentlich immer noch sehr betroffen." Der Saal sei bereits vor Wochen an den AfD-Kreisverband vermietet worden. Zum damaligen Zeitpunkt wäre nicht bekannt gewesen, dass Björn Höcke vor Ort sein würde. "Insofern war es konsequent zu sagen, auch wenn Björn Höcke kommt, der Mietvertrag ist unterschrieben - es bleibt dabei."

"Dann ist hier ein Sturm über uns hereingebrochen", so Berger. Am Freitagmorgen verübten unbekannte Täter einen Farbanschlag auf das Grimmaer Rathaus. Außerdem schmierten sie Kot an das Gebäude (TAG24 berichtete). "Ich weiß nicht, was die Leute einbilden, aus Leipzig hier rauszukommen und unser Rathaus zu verschandeln", so der Oberbürgermeister.

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Auch erntete der 51-Jährige Kritik wegen eines öffentlichen Schreibens, in dem er die Grimmaer Bürger zur Vorsicht aufrief. Darin hieß es unter anderem, dass Autos eventuell zerstört werden könnten. Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" forderte dafür eine Entschuldigung.

Auch im Nachhinein ist das Unverständnis für Bergers Entscheidung, Björn Höcke in Grimma auftreten zu lassen, und auch für seine Reaktion, groß. So äußerte sich Grünen-Politiker Jürgen Kasek auf Twitter: "Der Bürgermeister von #Grimma meint, dass die AfD auf dem Boden der Verfassung steht und beschimpft den Gegenprotest. Dafür bekommt er den Applaus der AfD und der verfassungsfeindlichen Identitären. Hat er sich auch redlich verdient, der Undemokrat."

Hunderte hatten in Grimma gegen die Veranstaltung demonstriert.
Hunderte hatten in Grimma gegen die Veranstaltung demonstriert.  © Sören Müller

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