"Großer Fehler": Sachsens Jusos wollen Maskenpflicht beibehalten und schießen gegen Regierung

Sachsen - Ab Freitag soll die Maskenpflicht beim Einkaufen in Sachsen fallen - zumindest, wenn die Inzidenz unter zehn liegt. Für die sächsische Jugendorganisation der SPD, die Jusos, ist das ein "großer Fehler"! Sie wollen die Maskenpflicht beim Einkaufen beibehalten.

Ab Freitag fällt in Sachsen die Maskenpflicht fürs Einkaufen in Regionen, in denen die Inzidenz unter zehn liegt. (Symbolbild)
Ab Freitag fällt in Sachsen die Maskenpflicht fürs Einkaufen in Regionen, in denen die Inzidenz unter zehn liegt. (Symbolbild)  © 123RF/kadmy

"Die Delta-Variante breitet sich aus und die Inzidenzen steigen wieder an. Wer genau jetzt, kurz vor Beginn der Ferien und damit der Urlaubssaison, eines der effektivsten Mittel der Pandemie-Eindämmung abschafft, macht einen großen Fehler", schimpft der stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Max Trotte (18) und kritisiert damit die sächsische Staatsregierung, in der auch die SPD vertreten ist.

Seine Parteikollegin Petra Köpping (63, SPD), die am Dienstag das Ende der Maskenpflicht nach der Kabinettssitzung in Dresden ankündigte, nimmt Trotte gegenüber TAG24 in Schutz: "Die treibende Kraft war wohl der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU)." Damit schießt der Jung-SPDler also gegen den eigenen Koalitionspartner!

"Wir fordern nun, dass diese Entscheidung rückgängig gemacht wird", so Trotte. Sollte die Entscheidung nicht zurückgenommen werden, hoffen die Jusos zumindest, dass viele Menschen ab Freitag weiterhin freiwillig ihre Maske beim Einkaufen aufsetzen.

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Sarah Repmann (29) von der "Jungen Union" aus Chemnitz freut sich hingegen über die Aufhebung der Maskenpflicht beim Einkaufen: "Das zeigt doch, dass die Anstrengungen der letzten Monate nicht umsonst waren." Allerdings müsse man sich fragen, was in drei Monaten ist - auch im Hinblick auf die Nicht-Geimpften.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) kündigte am Dienstag das Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen an.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) kündigte am Dienstag das Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen an.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Chemnitzer Infektiologe: "Habe bei der Abschaffung der Maskenpflicht gemischte Gefühle"

Infektiologe Thomas Grünewald (56) glaubt, die Abschaffung der Maskenpflicht könnte bald schon wieder zurückgenommen werden.
Infektiologe Thomas Grünewald (56) glaubt, die Abschaffung der Maskenpflicht könnte bald schon wieder zurückgenommen werden.  © Kristin Schmidt

Auch Infektiologe Thomas Grünewald (56) aus Chemnitz hat bei der Abschaffung der Maskenpflicht beim Einkaufen gemischte Gefühle: "Bei den aktuellen Inzidenzen kann man sowas schon machen", meint der Mediziner. Man müsse aber damit rechnen, dass die Lockerungen bald wieder zurückgenommen werden.

Denn: "Inzidenzen über zehn werden wir bald erreichen", meint Grünewald auch mit Blick auf Großbritannien, wo aktuell eine Inzidenz von über 300 herrscht.

Sobald die Inzidenzen auch bei uns steigen, müsste die Politik die Rücknahme der Lockerungen gut kommunizieren, so Grünewald.

Titelfoto: instagram/jusossachsen, 123RF/kadmy

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