Gutachten fertig: Wer hat Schuld am Balkonabsturz?

Bautzen - Es geschah ohne Vorwarnung! An einem Abend Anfang September krachte in der Bautzner Paulistraße ein vollbesetzter Balkon in die Tiefe. Sieben Erwachsene und zwei Kinder riss er mit sich.

Die Feuerwehr rückte kurz nach dem Unglück in der Paulistraße an.
Die Feuerwehr rückte kurz nach dem Unglück in der Paulistraße an.  © Ricardo Herzog/LausitzNews

Wie durch ein Wunder wurde nur Andreas K. (50) schwer verletzt, der Rest leicht. Nun belegt ein Gutachten, dass der Balkon tatsächlich marode war.

Robert Kschischan (38) hatte es am Tag nach dem Absturz schon vermutet, denn auch an seinem Balkon zerfiel bereits die Brüstung. Er selbst prellte sich bei dem Absturz auf dem Balkon seines Bruders das Sprunggelenk, der Mieter selbst musste mit einer Lendenwirbel- und Schulterfraktur operiert werden.

Nun bestätigt die Staatsanwaltschaft, was die Mieter schon ahnten. "Der Balkon war von Nassfäule befallen und in einem erkennbar schlechten Zustand, also marode", sagt Staatsanwalt Christopher Gerhardi (52) dem Sender "Radio Lausitz". Die Feiernden hätten keine Mitschuld an dem Unglück gehabt.

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Nun sollen der Eigentümer des Mehrfamilienhauses und der von ihm beauftragte Balkonbauer vernommen werden.

Die Polizei nahm nach dem Absturz sofort die Ermittlungen auf.
Die Polizei nahm nach dem Absturz sofort die Ermittlungen auf.  © xcitepress

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und geht davon aus, die Ermittlungen im Frühjahr abschließen zu können.

Titelfoto: Ricardo Herzog/LausitzNews

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