Hilferuf! Sächsischer Liftbetreiber verkauft seine Schneekanone

Rechenberg-Bienenmühle OT Holzhau - Es ist ein Hilferuf! Vielleicht aber auch der Anfang vom Ende des Skigebietes Holzhau im Osterzgebirge: Liftbetreiber Alexander Richter (49) bietet im Internet seine Schneekanone vom Typ BK50 (Baujahr 2012, Neupreis 32.000 Euro) zum Verkauf an.

Liftbetreiber Alexander Richter (49) muss seine Schneekanone verkaufen.
Liftbetreiber Alexander Richter (49) muss seine Schneekanone verkaufen.  © Uwe Meinhold

Der Unternehmer ist verzweifelt. Er sagt: "Wir stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand. Bei uns sind bislang keine Hilfen angekommen."

Alexander Richter nimmt in seiner Not kein Blatt vor den Mund: "Wir brauchen dringend flüssige Mittel." Wegen des Lockdowns hat er keine Einnahmen. Der Lift steht still. Seine Skischule, die Party-Scheune am Skihang und sein Freiberger Sportgeschäft sind geschlossen und auch seine Pension "Bergstraße 10" in Holzhau darf keine Gäste beherbergen.

Er hat lange überlegt, bevor er sich zu diesem drastischen Schritt und dem Verkauf der Technik entschieden hat. Auf seinem Facebookprofil schreibt Richter: "Schweren Herzens müssen wir unsere 'Frau Holle' verkaufen!"

Dem einstigen DDR-Jugendmeister im Langlauf blutet das Herz. Alexander Richter sagt: "Die Schneekanone ist die Grundlage unserer Arbeit. Dank ihr konnten wir stabil bis zu 80 Tage Skibetrieb an unserem Hang ermöglichen."

Er weiß nur zu gut: Ohne Kanone wird der Re-Start nach dem Lockdown und der Pandemie schwer. So viel Schnee wie aktuell gibt es nicht mehr alle Jahre im Erzgebirge.

Weil bislang keine Hilfen angekommen seien, sieht sich der 49-Jährige gezwungen, die 2012 gebaute Kanone zu verkaufen.
Weil bislang keine Hilfen angekommen seien, sieht sich der 49-Jährige gezwungen, die 2012 gebaute Kanone zu verkaufen.  © Facebook/Alexander Richter

Appell an die Politik: "Bitte lasst uns Skibetriebe nicht im Stich!"

Doch Alexander Richter ist auch eine Kämpfernatur. Ein Funken Hoffnung trägt er trotz der aktuellen Notlage noch in sich. Er sagt: "Vielleicht findet sich noch eine Alternative zum Verkauf. So wäre es für mich denkbar, dass einer oder mehrere eine Patenschaft übernehmen." Alexander Richter ist für alles offen und gesprächsbereit. "Wir sind für alle praktikablen Vorschläge, Hilfen und Unterstützung dankbar!", sagt er.

Der Unternehmer wendet sich auch an die Politik. Richter: "Bitte lasst uns Skibetriebe nicht im Stich."

Titelfoto: Bildmontage: Facebook/Alexander Richter, Uwe Meinhold

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