Hubschrauber holt die toten Fichten aus der Kirnitzschtalklamm

Sebnitz - Tote Fichtenstämme gefährden den Betrieb der bei Touristen beliebten Kahnfahrt "Obere Schleuse" bei Sebnitz in der Sächsischen Schweiz. Dem Problem kann abgeholfen werden. Und zwar aus der Luft.

Der AS 350 B3 - Spitzname "Eichhörnchen" - im Einsatz.
Der AS 350 B3 - Spitzname "Eichhörnchen" - im Einsatz.  © Norbert Neumann

Eichhörnchen hüpfen über Äste und flattern dabei nicht selten weitere Strecken durch die Luft. Dieses fliegt tatsächlich. "Eichhörnchen" ist der Spitzname des AS 350 B3.

Der Helikopter mit einer maximalen Außenlast von 1400 Kilo sorgt dieser Tage dafür, dass tote Fichtenstämme in der Kirnitzschtalklamm nicht zur Gefahr werden.

Weil andere Maßnahmen technisch nicht möglich waren, werden die rund 300 durch Borkenkäferbefall geschädigten Baumstämme einfach mit dem Hubschrauber abtransportiert.

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"Die Kahnfahrt hätte sonst auf unbestimmte Zeit eingestellt werden müssen. Daher war es mir so wichtig, hier zu einer für alle Beteiligten guten Lösung zu kommen", sagte Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne) am Donnerstag beim Vororttermin mit dem tschechischen Vize-Umweltminister Tomáš Tesař (58).

Einzeln werden die toten Fichtenstämme aus der Kirnitzschklamm geflogen. 1400 Kilo kann der Helikopter maximal tragen. (Bildmontage)
Einzeln werden die toten Fichtenstämme aus der Kirnitzschklamm geflogen. 1400 Kilo kann der Helikopter maximal tragen. (Bildmontage)  © Norbert Neumann
Umweltminister unter sich - Wolfram Günther (48, Grüne, l.) und Tomáš Tesař (58).
Umweltminister unter sich - Wolfram Günther (48, Grüne, l.) und Tomáš Tesař (58).  © Norbert Neumann

Kosten für Holzbergung ziemlich hoch

Geht grundsätzlich auch: Schadholzbeseitigung mit dem Radlader. Aber das scheidet in der engen Klamm bei Sebnitz aus.
Geht grundsätzlich auch: Schadholzbeseitigung mit dem Radlader. Aber das scheidet in der engen Klamm bei Sebnitz aus.  © Norbert Neumann

Bereits im November hatte die tschechische Schutzgebietsverwaltung hundert absturzgefährdete Bäume per Hubschrauber aus den Steilhangbereichen ausgeflogen.

Ein echtes Eichhörnchen würde sich mit Nüssen abspeisen lassen, beim AS 350 B3 ist das anders. Auf tschechischer Seite beliefen sich die Kosten auf rund 83.000 Euro.

Die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz übernahm davon 10.000 Euro, die Stadt Sebnitz als Betreiberin der Kahnfahrt rund 73.000 Euro.

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Bei den Kosten für die Holzbergung im sächsischen Nationalparkteil geht die Verwaltung von weiteren 150.000 Euro aus.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann

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