Gefräßige Wölfe in Sachsen unterwegs! Jürgen trauert um seine Ziege

Dresden - Anni war die Lieblingsziege von Jürgen Müller (73). Neun Jahre lang. Vor ein paar Tagen fand er sie tot im Gehege gegenüber einem Wohnviertel im Dresdner Stadtteil Weißig. Ein Wolf hatte ihr die Kehle durchgebissen. Wolfsrisse registriert die Nossener Fachstelle Wolf aktuell häufiger als sonst.

Hobby-Landwirt Jürgen Müller (73) aus Dresden-Weißig trauert um seinen Liebling Anni. Zwei Ziegen sind ihm nach dem Wolfsriss noch geblieben.
Hobby-Landwirt Jürgen Müller (73) aus Dresden-Weißig trauert um seinen Liebling Anni. Zwei Ziegen sind ihm nach dem Wolfsriss noch geblieben.  © Christian Juppe

"Der hat hier den Zaun eingedrückt und ist dann einfach drüber weg. 1,50 Meter, das hat den nicht abgehalten", erzählt Müller.

Gesehen hat der Hobbylandwirt den Wolf selbst nicht. Nur die Bescherung am nächsten Morgen. Deutlich sichtbar hatte der Wolf am Euter der gerissenen Ziege angefangen zu fressen. Dann wurde er vermutlich gestört.

Vorfälle wie in Weißig werden bei der Fachstelle Wolf des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gerade in diesen Tagen häufig gemeldet. Schwerpunkte sind der Landkreis Nordsachsen und die Dresdner Heide (TAG24 berichtete).

"Vom Spätsommer bis in den Herbst kann es vermehrt zu Wolfsübergriffen auf Nutztiere kommen", erklärt Sprecherin Karin Bernhardt (58). "Dieses saisonale Muster beobachten wir in Sachsen seit Jahren."

Die Gründe sind einleuchtend: Die Wolfswelpen sind jetzt ausgewachsen und brauchen mehr Nahrung. Der Winter steht vor der Tür.

Aber auch die Jungen von Rehen, Hirschen oder Wildschweinen sind inzwischen groß und für den Wolf keine leichte Beute mehr. Der bedient sich einfach anderweitig. Deshalb rät das Landesumweltamt dringend zu Vorsorgemaßnahmen, die in Sachsen zu 100 Prozent gefördert werden.

Arme Anni: So fand Jürgen Müller das Ziegenweibchen am Morgen nach dem Wolfsangriff. Ein 1,50 Meter hoher Zaun konnte den Wolf nicht abhalten.
Arme Anni: So fand Jürgen Müller das Ziegenweibchen am Morgen nach dem Wolfsangriff. Ein 1,50 Meter hoher Zaun konnte den Wolf nicht abhalten.  © privat

Jürgen Müller wird sich den Rat zu Herzen nehmen. Ihm bleiben noch zwei Ziegen. "Ich muss unbedingt versuchen, das Gehege noch sicherer zu machen."

Titelfoto: privat/Bildmontage

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