Im Frühjahr noch belagert, jetzt Auslaufmodell: Endspurt in Sachsens Impfzentren

Dresden - Bis Ende September werden alle 13 sächsischen Impfzentren nach und nach dicht machen. Bis dahin möchte Sachsen noch mehr Menschen zur Schutzimpfung bewegen. Doch wo kann man sich ab Oktober den schützenden Piks geben lassen?

Ab kommender Woche schließen die sächsischen Impfzentren.
Ab kommender Woche schließen die sächsischen Impfzentren.  © Sebastian Kahnert/dpa

Nur noch bis 24. September können sich Impfwillige im Impfzentrum an der Messe Dresden die Schutzimpfung ohne Termin verabreichen lassen. In Riesa werden ab Sonntagabend schon die Schotten dicht gemacht.

"In den Impfzentren ist es ruhig, der große Ansturm ist vorbei", sagt Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen.

Die Besatzung ist geschrumpft, im August wurden schon die letzten Bundeswehr-Soldaten als Koordinatoren in den Zentren verabschiedet. "Wir bereiten uns aber aktuell darauf vor, dass es kurz vor der Schließung noch einmal voll wird."

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Das DRK möchte nun noch mehr Menschen dazu ermuntern, das Angebot in den Impfzentren zu nutzen. "Die schnellste Art, eine Impfung ohne Termin zu bekommen, ist der Weg ins Impfzentrum", sagt Kai Kranich.

Bei mobilen Impfangeboten müsse man mit Wartezeiten von ein bis zu zwei Stunden rechnen.

Kai Kranich, Sprecher des DRK Sachsen.
Kai Kranich, Sprecher des DRK Sachsen.  © Petra Hornig
Am Impfzentrum in der Messe Dresden ist der große Ansturm schon lange vorbei.
Am Impfzentrum in der Messe Dresden ist der große Ansturm schon lange vorbei.  © Steffen Füssel

Dritt-Impfungen laufen bereits in Sachsen

Bald gibt's den Piks dann nur noch beim Hausarzt oder im Impfmobil.
Bald gibt's den Piks dann nur noch beim Hausarzt oder im Impfmobil.  © imago images/NurPhoto

Das DRK wolle sich nach Schließung der Zentren zurückziehen. "Die Hauptlast geht nun wieder auf die eigentliche Gesundheitsstruktur, nämlich die niedergelassenen Ärzte." Sachsenweit wolle das DRK aber weiterhin mit 30 mobilen Impfaktionen weiterarbeiten.

Pro Landkreis werden zwei Teams eingesetzt, in Dresden und Leipzig sind es jeweils vier. Laut DRK kamen in den vergangenen Wochen besonders Impfaktionen in den Einkaufszentren gut an, Aktionen in Freizeitparks hingegen weniger.

Etwa die Hälfte aller Sachsen sind bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft - angestrebt wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) eine Impfquote von 85 Prozent.

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Rund 4200 Impfungen werden in allen sächsischen Impfzentren pro Tag in ganz Sachsen verabreicht - zu Spitzenzeiten waren es rund 20.000. In Dresden haben sich bereits rund 331.000 Menschen impfen lassen.

Seit dem 3. September sind in Sachsen die Booster-Impfungen möglich. Empfohlen wird die Auffrischung für vollständig Geimpfte ab 70 Jahren. Knapp 1500 Sachsen haben den dritten Stich schon erhalten, davon 436 in Dresden (Stand 8. September).

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa/Petra Hornig

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