Immer mehr Corona-Denunzianten: Sachsen schwärzen ihre Nachbarn an!

Dresden - Die Allgemeinverfügung macht es möglich: Aufmerksame Bürger rufen offenbar nicht nur zur Eindämmung der Corona-Pandemie an, sondern nutzen manchmal die Chance, unliebsame Nachbarn anzuzinken. Immer öfter registrierte Sachsens Polizei zuletzt solche Fälle ...

Ungeliebte Nachbarn werden dieser Tage gaaanz genau beobachtet.
Ungeliebte Nachbarn werden dieser Tage gaaanz genau beobachtet.  © 123RF/Andrey Kekyalyaynen

Beispiel Dresden: In der vergangenen Woche rückten die Beamten der Polizeidirektion 233-mal zu Einsätzen mit Corona-Bezug aus. 

"Ein Gutteil geht auf Hinweise von Bürgern zurück", erklärt Sprecher Marko Laske (45). Die Polizei muss dabei jedem Hinweis nachgehen. 

Dass Nachbarn andere Nachbarn denunzieren, will er nicht geradewegs bestätigen. Doch: "Nicht nach jedem Hinweis wird ein Verstoß festgestellt." 

Manchmal sind die "Störenfriede" gar nicht mehr anzutreffen oder der Hinweisgeber hat sich geirrt.

Verstöße gibt es dennoch genug: So meldete ein Anrufer erregt, dass ein Handy-Laden im Dresdner Norden geöffnet hatte. Es stimmte tatsächlich. 

Der Bewohner eines Mehrfamilienhauses alarmierte nachts gegen 3 Uhr die Polizei, weil er im Hof sechs Leute beim Biertrinken gesehen hatte. 

Ausgangsbeschränkungen werden in ganz Sachsen kontrolliert

Die Polizei geht allerlei Hinweisen nach.
Die Polizei geht allerlei Hinweisen nach.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Auch im Raum Meißen mussten die Beamten laut Landratsamt schon dreimal sogenannte Trinkergruppen trennen, teils auch bestrafen.

In Riesa hatte eine Gaststätte gar hinter verdunkelten Fenstern eine Privatfeier zelebriert.

Und auch in Gelenau (Erzgebirge) beendete die Polizei eine Geburtstagsparty nach dem Hinweis einer Anruferin. Der Gastgeber der Acht-Personen-Party kassierte eine Strafanzeige.

Auch die lokalen Ordnungsbehörden bekommen telefonisch oder per E-Mail Hinweise aus der Bevölkerung. 

In Dresden waren es zuletzt 105 Feststellungen innerhalb von vier Tagen.

Titelfoto: 123RF/Andrey Kekyalyaynen

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