Impf-Schlusslicht Sachsen: So will Köpping den Freistaat aus dem Keller holen

Dresden - Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD) ist mit der Impfquote im Freistaat weiter unzufrieden.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD) erkennt mehrere Gründe für die niedrige Impfquote in Sachsen.
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD) erkennt mehrere Gründe für die niedrige Impfquote in Sachsen.  © Thomas Türpe

Bisher sind hierzulande nur 52,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Damit ist Sachsen bundesweit Schlusslicht. Die Zahlen seien "viel zu niedrig", sagte die Ministerin am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden. Man dürfe nicht müde werden, für die Impfungen zu werben.

Die Gründe für die Impfmüdigkeit sind nach Auffassung von Köpping vielschichtig. Bei manchen spiele offensichtlich eine gewisse Bequemlichkeit eine Rolle. Andere hätten in Befragungen angegeben, der Hausarzt impfe nicht oder die Terminvergabe bei den Impfzentren sei zu schwierig gewesen.

Betroffene brauchten vor allem eine persönliche Ansprache. Ein Appell an den Gemeinsinn reiche nicht.

Sachsens Impfzentren schließen: Eine Bilanz
Sachsen Sachsens Impfzentren schließen: Eine Bilanz

Nach Angaben von Köpping lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften in Sachsen am Dienstag bei 54, bei vollständig Geimpften dagegen nur bei 8,8. Ungeimpfte seien eher gefährdet, schlussfolgerte die Ministerin.

Mobile Teams sollen es richten

Viele Länder haben kaum Impfstoff und darum niedrige Quoten. In Sachsen mangelt es eigentlich nicht an Impf-Dosen. (Symbolbild)
Viele Länder haben kaum Impfstoff und darum niedrige Quoten. In Sachsen mangelt es eigentlich nicht an Impf-Dosen. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Das Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, wie es weitergeht, wenn am 30. September alle Impfzentren schließen. Dann will sich das Land auf drei Säulen konzentrieren: Ärzte und Betriebsärzte, Krankenhäuser sowie mobile Teams.

Die 30 mobilen Teams sollen bis Ende des Jahres im Einsatz sein. Eine Anpassung sei aber möglich, wenn es in bestimmten Regionen erhöhten Bedarf gibt.

Die Kosten von 34,5 Millionen Euro teilen sich der Bund und der Freistaat zu gleichen Teilen. Laut Köpping kann Sachsen das aber mit dem bisherigen Impf-Budget von 290 Millionen Euro bewältigen: "Wir brauchen kein frisches Geld."

Titelfoto: Bildmontage: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Thomas Türpe

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