Impf-Situation in Sachsen: Ministerin Köpping und Vize Günther sprechen von Perspektivplan!

Dresden - Die wöchentlichen Impflieferungen haben einen neuen Höchststand erreichte. Sogar Bonus-Dosen treffen inzwischen ein. Und doch langweilen sich die Impfzentren weiter auf absehbare Zeit.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) freut sich, dass es bei den Impfungen voran geht. Doch es gibt Luft nach oben.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) freut sich, dass es bei den Impfungen voran geht. Doch es gibt Luft nach oben.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir haben in Sachsen bei der Zahl der Neuinfektionen zurzeit einen guten Abwärtstrend. Aber eben noch keinen sehr guten", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am Dienstag nach der wöchentlichen Sitzung des Kabinetts.

Bundesweit stehe man zwar nicht mehr an erster Stelle. Doch immer noch an elfter.

Ziel müsse weiter das Drücken der 7-Tage-Inzidenz auf unter 100 sein. Aktuell steht Sachsen bei rund 120.

Köpping freut sich darum, dass es auch bei den Lieferungen des Impfstoffs voran geht. So kamen am ersten Februartag 35.100 Dosen von Biotech - fast 1000 mehr als angekündigt.

Auch Astrazeneca liefert mehr: Am 7. Februar sollen 27.800 Dosen ankommen. Weniger als versprochen kann hingegen die Firma Modern zur Verfügung stellen.

Zwar kamen am heutigen Dienstag 4800 Dosen an, kommende Woche werden es aber statt über 10.000 Dosen nur 8400 sein.

Impfzentren impfen weit unter ihren Kapazitäten

Seit Dezember wird in Sachsen geimpft. Die 85-Jährige Hanna Hertzsch aus Zwickau war die Erste.
Seit Dezember wird in Sachsen geimpft. Die 85-Jährige Hanna Hertzsch aus Zwickau war die Erste.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild Pool/dpa

Damit können unterm Strich die Impfzentren immer noch nicht richtig durchstarten.

Sind pro Zentrum und Tag eigentlich 1000 Impfungen möglich, werden aktuell täglich je Standort nur 50 bis 80 Dosen verimpft - alles "Reste" der Mobilen Impfteams, die durch die Heime in Sachsen ziehen und vor allem Alte und Pflegebedürftige mit Impfschutz ausstatten.

Bislang erhielten in Sachsen 91.420 Menschen die erste Anti-Corona-Impfung, 19.799 haben bereits die zweite Impfung gesetzt bekommen.

Die Alten- und Pflegeheime sind es auch, die weiter an erster Stelle bedient werden. Allerdings soll diese spezielle Impfkampagne bis Ende des Monats durch sein. Zumindest mit der Erstimpfung.

Priorität dann haben Behindertenheime und Einrichtungen zum Beispiel für die Eingliederungshilfe.

Den Moderna-Impfstoff bekommen weiter bevorzugt Dialyse-Patienten, weil für sie eine Infektion mit Corona höchst kritisch wäre.

Landesregierung arbeitet an "Perspektivplanung"

Vizeminister Wolfram Günther (47, Die Grünen) spricht über einen Perspektivplan.
Vizeminister Wolfram Günther (47, Die Grünen) spricht über einen Perspektivplan.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ministerin kündigte zugleich die Einrichtung einer Härtefallkommission an.

Dieses Gremium soll die vorgezogene Terminvergabe an Einzelfälle prüfen. Dabei geht es um Schicksale wie die der schwerstkranken 35-jährigen Sächsin, die sich erst jüngst vor dem Verwaltungsgericht Dresden eine vorgezogene Impfung erkämpft hatte.

Parallel, so Köpping, arbeite die Landesregierung an der "Exitstrategie", die nun "Perspektivplanung" heißen soll.

Damit werden neben konkreten Terminen für die Lockerung auch sonstige Aussichten formuliert, erklärte Vizeministerpräsident Wolfram Günther (47).

Er bat allerdings um Geduld und Verständnis: "Wir befinden uns in einem Dilemma: Wir können Vieles schlicht nicht voraussehen, verstehen aber die Sehnsucht nach Perspektiven. Das ist menschlich, das ist völlig normal."

Die Perspektivplan werde kein durchgehend fester Fahrplan. Vielmehr zeige er eher Richtungen auf.

Köpping tendiert zu Öffnung der Kitas

Kitas in Sachsen bleiben vorerst geschlossen. Doch Gesundheitsministerin Köpping tendiert zu einer Öffnung.
Kitas in Sachsen bleiben vorerst geschlossen. Doch Gesundheitsministerin Köpping tendiert zu einer Öffnung.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die nächste Beratung der Ministerrunde zum Thema ist für den 10. Februar angesetzt.

Dann werden auch Lockerungen beschlossen zum Beispiel, Stand jetzt, für Friseure. Ebenfalls fast sicher ist die Einführung des Bestellsystems "Click & Collect", das andere Bundesländer bereits ermöglichen.

Damit können Waren auch bei kleinen Händlern geordert und dann abgeholt werden. Noch unklar ist, wie es mit den Kitas und Grundschulen weitergeht.

Köpping deutete am Dienstag eine Tendenz zum Ja für feste Gruppen an.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa , Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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