Impfstart in Sachsen: Uroma Hanna (85) durfte als Erste an die Nadel

Lichtentanne - Sachsen hat am Sonntag mit den Impfungen gegen das Corona-Virus begonnen. In einem Seniorenheim in Lichtentanne (Kreis Zwickau) wurde als Erste die 85 Jahre alte Hanna Hertzsch geimpft. Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) sprach von einem "Weihnachtsgeschenk".

Sie war die Erste: Impfarzt Axel Stelzner setzt Hanna Hertzsch (85) im Pflegeheim "Haus an der Linde" in Lichtentanne die Spritze.
Sie war die Erste: Impfarzt Axel Stelzner setzt Hanna Hertzsch (85) im Pflegeheim "Haus an der Linde" in Lichtentanne die Spritze.  © Robert Michael/dpa

Gezögert habe sie nicht, sagte Hanna Hertzsch. "Das ist doch selbstverständlich." Ihr größter Wunsch sei es, bald wieder ihre Urenkel in die Arme schließen zu können.

Die habe sie zuletzt Weihnachten 2019 richtig gesehen, erzählt die Dame, die sich beim Gehen auf einen Rollator stützt: "Das ist sehr traurig."

Gesundheitsministerin Köpping bezeichnete die Seniorin als Vorbild und nannte den Beginn der Impfungen "ein Weihnachtsgeschenk, was wir heute bekommen haben".

Von 55 Heimbewohnern in Lichtentanne wollen sich 51 eine Spritze verabreichen lassen. Auch in einem Pflegeheim in Radeberg sowie in der Chemnitzer Klinik wurde am Sonntag mit den Impfungen begonnen.

Zum offiziellen Impfstart war auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) in Lichtentanne dabei.
Zum offiziellen Impfstart war auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) in Lichtentanne dabei.  © imago images/Eibner

Sachsen stehen 10.000 Dosen Impfstoff zur Verfügung

Zum Start stehen im Freistaat zunächst knapp 10.000 Dosen des erst am Montag zugelassenen Impfstoffes der Firmen Biontech und Pfizer bereit. Die ersten knapp 5000 Dosen sollen vor allem an Pflegeheime und medizinisches Personal in Schwerpunktkliniken in Dresden, Chemnitz und Leipzig gehen.

Die zweiten 5000 Dosen werden für die nötige zweite Impfung zurückgehalten.

Ein Mitarbeiter des DRK bringt die ersten Spritzen mit dem Impfstoff zu den Pflegeheim-Bewohnern.
Ein Mitarbeiter des DRK bringt die ersten Spritzen mit dem Impfstoff zu den Pflegeheim-Bewohnern.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild Pool/dpa

Ab Januar stehen über 34.000 Impfdosen wöchentlich parat

"Wir impfen immer die Hälfte von den gelieferten Dosen, damit es keine Lücken gibt", erklärte Köpping. Eine weitere Lieferung von mehr als 24.000 Dosen wird für Montag erwartet. Ab Januar stehen Sachsen dann wöchentlich 34.125 Impfdosen zur Verfügung. Dann sollen auch die 13 Impfzentren den Betrieb aufnehmen.

Köpping kündigte an, dass die ersten Impftermine Anfang Januar vergeben werden. Dann seien die über 80-Jährigen an der Reihe, die zu Hause leben. Die Menschen sollen angeschrieben werden. Die Ministerin betonte aber noch einmal, dass die Impfungen freiwillig seien.

Apothekerin Susanne Wohlgemuth bereitet im Pflegeheim in Lichtentanne die Corona-Impfungen vor.
Apothekerin Susanne Wohlgemuth bereitet im Pflegeheim in Lichtentanne die Corona-Impfungen vor.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Corona-Zahlen zwar gesunken, aber weiterhin hoch

In Sachsen wurden am Sonntag laut Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1390 neue Corona-Fälle gemeldet. Zudem gab es 24 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Die Inzidenz lag demnach bei 375,8. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen infiziert haben. Vor genau einer Woche lag der Wert mit 427,4 noch deutlich höher.

Die neuen Zahlen sind aber nur bedingt vergleichbar, da es während der Feiertage eine geringere Zahl an Tests gab und das RKI auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern erhielt. Sachsen gilt weiterhin als Corona-Hotspot. Besonders betroffen sind aktuell die Kreise Bautzen, Mittelsachsen, Meißen sowie das Erzgebirge mit Inzidenz-Werten von deutlich über 400.

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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