In Sachsens Wäldern toben sich schon wieder Schädlinge aus!

Dresden/Radeberg - Nachdem der Borkenkäfer einen Großteil heimischer Fichten zerstört hat, macht sich ein neuer Plagegeist in den Wäldern breit: Der Eichenprozessionsspinner ist in Sachsen auf dem Vormarsch.

Ein Kahlschlag ist oft das einzige Mittel, um der Borkenkäfer-Plage Herr zu werden.
Ein Kahlschlag ist oft das einzige Mittel, um der Borkenkäfer-Plage Herr zu werden.  © Thomas Türpe

Den Raupen des Falters sollte man nicht zu nahe kommen. Denn: ihre Härchen sind giftig und können schmerzenden Ausschlag und Atemnot verursachen.

Die gute Nachricht zuerst: Der Eichenprozessionsspinner ist keine Gefahr für die Bäume. Besonders auf dem Gebiet der Dresdner Heide haben sich die Raupen flächendeckend breit gemacht.

"So viele wie in diesem Jahr gab es noch nie", weiß Heiko Müller (55) vom Sachsenforst (Forstbezirk Dresden). "Das betrifft nicht nur Spaziergänger und Wanderer, sondern auch die Mitarbeiter des Sachsenforsts", so Müller.

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Gut einen halben Meter können die Nester groß werden, die Raupen sind allerdings nur schwer zu erreichen und mühsam zu bekämpfen. "Es gibt zwar zugelassene Insektizide, allerdings ist es schwierig, diese auch großflächig einzusetzen", sagt Heiko Müller.

Heiko Müller (55) vom Forstbezirk Dresden.
Heiko Müller (55) vom Forstbezirk Dresden.  © Thomas Türpe
Die Trockenheit der letzten Jahre ließ die Borkenkäfer-Population sprunghaft anwachsen.
Die Trockenheit der letzten Jahre ließ die Borkenkäfer-Population sprunghaft anwachsen.  © Kristin Schmidt
Eichenprozessionsspinner sind eine haarige und für den Menschen giftige Angelegenheit.
Eichenprozessionsspinner sind eine haarige und für den Menschen giftige Angelegenheit.  © imago images/agrarmotive

Borkenkäfer vernichtet weiterhin Bäume

Letzter Ausweg Kettensäge: Zuletzt kreischte sie nur allzu oft in Sachsens Wäldern.
Letzter Ausweg Kettensäge: Zuletzt kreischte sie nur allzu oft in Sachsens Wäldern.  © Uwe Meinhold

Deshalb müssen die Nester per Hand entfernt werden. Schon der kleinste Windhauch kann die giftigen Haare des Eichenprozessionsspinners über die Luft transportieren.

Sachsen hat bereits das dritte Jahr in Folge mit den Folgen der Trockenheit zu kämpfen, und auch der Borkenkäfer wütet weiter in den Wäldern.

"Wir haben bereits zwei Fünftel unseres Fichtenbestandes durch den Borkenkäfer verloren", sagt Heiko Müller.

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Bei Radeberg wurden in den vergangenen Wochen Tausende Bäume geschlagen.

"Bis Ende August werden wir insgesamt 5000 Kubikmeter Holz schlagen müssen."

Titelfoto: imago images/agrarmotive/Thomas Türpe

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