Jahrzehnte nach dem Krieg: So viele Kampfmittel werden in Sachsen noch immer gefunden!

Dresden - Der Zweite Weltkrieg fand im Jahr 1945 sein Ende. Doch selbst Jahrzehnte danach hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) in Sachsen weiterhin allerhand zu tun.

Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auf einer Baustelle in der Dresdner Neustadt. Dort wurden im April 2020 mehrere Granaten gefunden.
Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auf einer Baustelle in der Dresdner Neustadt. Dort wurden im April 2020 mehrere Granaten gefunden.  © Ove Langraf

Am Donnerstag gab der KMBD seine Statistik für das vergangene Jahr 2020 bekannt.

Demnach wurden die Spezialisten zu insgesamt 816 Einsätzen in gesamt Sachsen gerufen. Obwohl die Corona-Beschränkungen auch ihre Arbeit beeinflussten, sind das lediglich neun Einsätze weniger als im vorherigen Jahr.

Vielleicht, weil während Corona viel mehr Spaziergänger unterwegs waren und daher des Öfteren Meldungen erstellt wurden? Denn innerhalb von 365 Tagen wurden mehr als 160 Tonnen Kampfmittel gefunden. Größtenteils handelte es sich dabei um Artilleriemunition, die 115.000 Kilogramm ausmachten, sowie Nahkampfmittel mit einem Anteil von knapp 35.000 Kilogramm.

Dabei ging der Fund von Artilleriemunition, Abwurfmunition und Sprengstoffen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Eine Zunahme wurde bei der Entdeckung von Nahkampfmitteln und Waffen verzeichnet.

Drei Bombensprengungen innerhalb eines Jahres!

Den Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen gibt es seit 1949. Dadurch kamen bereits allerhand Fundstücke zusammen.
Den Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen gibt es seit 1949. Dadurch kamen bereits allerhand Fundstücke zusammen.  © Steffen Füssel

Wenn der KMBD zu dem Fundstück gerufen wird, werden diese meist geborgen und in der hauseigenen Zerlege-Einrichtung vernichtet. Doch nicht immer können die Kampfmittel transportiert werden. Dann ist eine Entschärfung oder Sprengung noch vor Ort notwendig.

Das geschah im Jahr 2020 insgesamt 45 Mal. Dabei handelte es sich um 42 kontrollierte Sprengungen. Dreimal mussten die Mitarbeiter des KMBD eine Bombe vor Ort entschärfen.

Doch das war noch nicht alles. Zu den besonderen Einsatzfällen zählen auch drei vorbeugende Tauchgänge in der Elbe.

Zu den Einsatzgebieten der Spezialisten gehört auch die Prüfung von Grundstücken auf Kampfmittel.

Die sächsischen Gemeinden und Städten baten den KMBD im Jahr 2020 insgesamt 654 um Hilfe.

Wie verhalte ich mich, wenn ich ein Kampfmittel finde?

Wo dieses Symbol zu sehen ist, sind die Spezialisten des KMBD nicht weit.
Wo dieses Symbol zu sehen ist, sind die Spezialisten des KMBD nicht weit.  © KMBD

Sollte man selbst einen verdächtigen Gegenstand auffinden, zum Beispiel bei Spaziergängen im Wald, rät der KMBD dazu, diesen auf gar keinen Fall zu berühren.

Denn wie die Statistik zeigt, könnte es sich dabei um gefährliche Kampfmittel handeln.

Daher gilt es, die Polizei unter 110 telefonisch zu kontaktieren.

Danach sollte man den Ort selbstverständlich nicht einfach verlassen, sondern bis zum Eintreffen der Beamten warten, um weitere Passanten zu warnen.

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf & Steffen Füssel

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0