Kamenzer Rathaus vor Dilemma: Was bringen Papierkörbe im Wald?

Kamenz - Wandern ist gerade schwer in Mode. Doch Besucher im Naherholungsgebiet Kamenzer Forst lassen dabei oft Müll zurück - Flaschen, Dosen, Papier oder Zigarettenstummel. Papierkörbe könnten helfen. Doch die Stadt macht eine andere Rechnung auf.

Ärger mit Müll im Wald: Zu Beginn des Lockdowns wurden auch vermehrt Altkleider weggeworfen (Symbolbild).
Ärger mit Müll im Wald: Zu Beginn des Lockdowns wurden auch vermehrt Altkleider weggeworfen (Symbolbild).  © 123rf.com/Ognyan Chobanov

"Am Pavillon im Kamenzer Forstfestgelände steht bereits eine große Mülltonne, die wöchentlich geleert wird", sagt Stadtsprecher Thomas Käppler (59). Ein neuer Papierkorb koste je nach Ausführung und Aufstellungssituation 50 bis 400 Euro.

"Papierkörbe im Waldgebiet aufzustellen, wäre zudem mit entsprechenden Risiken verbunden, denn ganz vor Vandalismus sichere Papierkörbe sind uns nicht bekannt", erklärt Käppler.

Und weiter: "In Waldgebieten sollte eher der bürgerliche Gemeinsinn greifen, dass man seinen Müll mitnimmt. Wer dies nicht einsieht, wird vermutlich auch aufgestellte Papierkörbe ignorieren."

Zudem habe die Erfahrung gezeigt, dass sich einige Kamenzer von neuen Papierkörben animiert fühlen, ihren Haushaltsmüll dort zu entsorgen.

Unabhängig davon wolle die Stadt jetzt prüfen, ob die Aufstellung weiterer Papierkörbe sinnvoll ist.

Kamenz in der Klemme: Bringen mehr Papierkörbe automatisch mehr Sauberkeit?
Kamenz in der Klemme: Bringen mehr Papierkörbe automatisch mehr Sauberkeit?  © Christian Juppe

In Kamenz stehen derzeit insgesamt 317 Papierkörbe (240 im Stadtgebiet, 77 in den Ortsteilen) in Parks, an Spielplätzen und Wertstoffcontainerstellplätzen. Käppler: "Für Leerung und manuelle Reinigung bezahlen wir monatlich etwa 5500 Euro zuzüglich Deponiekosten."

Titelfoto: Montage: 123rf.com/Ognyan Chobanov, Christian Juppe

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